Über ein Jahr FAIR Data an der UW/H

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Worum es in diesem Beitrag geht:

  • um den Aufbau des Forschungsdatenmanagements (FDM) an der Universität Witten/Herdecke,
  • darum, dass Forschungsdatenmanagement nicht nur Gesundheitsdaten umfasst, und
  • um eine zentrale Informationsbasis als Ergänzung zu bestehenden Vernetzungen.

Aufbau des FDM an der UW/H

Als die UW/H im November 2024 begann, das Forschungsdatenmanagement (FDM) im Sinne von FAIR Data (findable, accessible, interoperable, reusable) systematisch aufzubauen, war vieles noch offen: Wie arbeiten Forschende eigentlich mit ihren Forschungsdaten? Welche Strukturen fehlen vor Ort, und wie lässt sich Transparenz schaffen, ohne den Forschungsalltag unnötig zu belasten?

Über ein Jahr später zeigt sich: FDM ist an der Universität angekommen – sichtbar, vernetzt und strategisch verankert.

Schnell wurde deutlich, dass es ein großes Interesse an Orientierung und Unterstützung beim Forschungsdatenmanagement sowohl bei Forscher:innen als auch bei Studierenden gibt. Genau hier setzte die neu geschaffene Kontakt- und Servicestelle an – mit Gesprächen, Bedarfsanalysen und ersten Angeboten, die heute den Kern des FDM-Services bilden.

Rund 8–10 Weiterbildungen im Jahr, Präsentationen in verschiedenen Fachbereichen und etwa zehn Beratungen pro Monat zeigen, dass der Bedarf an FDM groß ist und weiter wächst.

Ein wichtiger Impuls kam zunächst unter anderem aus dem BMBF-Projekt DIM.RUHR, das Datenkompetenzen in der Gesundheitsforschung stärkt. Gemeinsam wurden hier mit den Mitarbeiter:innen technische Lösungen diskutiert – von einem Forschungsdatenrepositorium bis hin zu Fragen, wie Forschungsergebnisse FAIR sichtbar gemacht werden können, etwa durch eine langfristige, dauerhafte Referenz wie einen Digital Object Identifier (DOI).

FDM nicht nur für Gesundheitsdaten

Gesundheitsdaten sind sensibel und komplex, aber der Bedarf an gutem Datenmanagement reicht weit über die Fakultät Gesundheit hinaus. Das zeigte sich unter anderem bei Veranstaltungen wie dem universitätsweiten Tag der Forschung 2025, bei dem FDM-Poster und ein Infostand mit vielen nützlichen Materialien der NFDI-Konsortien zahlreiche Gespräche anregten.

Seit Sommer 2025 ist die UW/H zudem Mitglied der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Damit ist die Universität Teil eines bundesweiten Netzwerks, das Standards für alle Forschungsdisziplinen setzt und Entwicklungen vorantreibt.

Zentrale Informationsbasis neben Vernetzungen

Eine neue FDM-Inter- und Intranetpräsenz bietet Glossar, FAQ, Schulungsmaterialien sowie Hinweise zu Tools und Prozessen. Sie entwickelt sich zunehmend zur ersten Anlaufstelle für interne Fragen – auch im Austausch mit der FDM-Beauftragten. Das Team der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hat hier maßgeblich unterstützt.

Mit der Entwicklung einer FDM-Roadmap, der Mitarbeit in Digitale Hochschule NRW (DH.NRW) und der Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement fdm.nrw sowie der Leitung der universitätsinternen AG FDM wurden erste Strukturen geschaffen, die das FDM an der UW/H langfristig sichern sollen.

Workshops, Posterbeiträge, Summer Schools und die Teilnahme an zwei Tagen der Forschung pro Jahr haben FDM an vielen Stellen sichtbar gemacht. Mit einem Local Data Hub (LDH) entstand in Kooperation mit dem Zentrum für Klinische Studien und NFDI4Health ein Workflow, der weiter optimiert wird.

Abstimmungen mit Datenschutz, BIT und Universitätsbibliothek haben ebenfalls stattgefunden – etwa zu Software wie Sciebo, zur Veröffentlichung von Dissertationen, zu Speicherlösungen, dem Tool REDCap und einem möglichen FDM-Repositorium in Kooperationen.

Die Grundlagen für FDM sind gelegt – wie auch an anderen Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich diese Strukturen weiterentwickeln und die Forschung an der UW/H im Sinne guter wissenschaftlicher Praxis nachhaltig stärken.

Kontakt zum Forschungsdatenmanagement

Porträtfoto von Annette Strauch-Davey

Annette Strauch-Davey, M. A.

Wissenschaftliche Beauftragte mit Lehraufgaben

Fakultät für Gesundheit  |  Forschungsdatenmanagement

Alfred-Herrhausen-Straße 50
58455 Witten

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