Universität Witten/Herdecke erweitert ihre Küche für noch mehr nachhaltige Verpflegung

Das Küchenteam (vier Personen) steht nebeneinander vor dem Herd und lächelt in die Kamera.

Das Hochschulwerk an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) baut die Mensaküche aus: Ab sofort werden die Gerichte frisch in der modernisierten Küche des benachbarten Christopherus-Hofs gekocht. Der neue Standort bietet deutlich mehr Raum und eine zeitgemäße Ausstattung. So können künftig vier bis fünf Mal so viele Mahlzeiten pro Tag zubereitet werden – bislang waren es rund 200. Damit wird die Universität dem steigenden Bedarf durch wachsende Studierenden- und Mitarbeitendenzahlen gerecht. Zugleich entstehen neue Möglichkeiten für eine noch nachhaltigere Ernährung und eine nachbarschaftliche Zusammenarbeit.

Mehr Platz für frische und nachhaltige Küche

„Unser Küchenteam arbeitet seit Jahren mit großem Engagement“, sagt Karl Janiszewski, Geschäftsführer des Hochschulwerks (HSW), das u. a. das gastronomische Angebot an der UW/H verantwortet. „Mit dem neuen Standort bekommt es endlich den Platz, der zu diesem Einsatz passt.“ Denn mehr Platz bedeutet auch, dass sich die Verpflegung weiterentwickeln kann: Die Großküche bietet mehr Raum, um frische Lebensmittel zu verarbeiten, sodass der Anteil an bio-regionalen Produkten steigt. Zugleich können vorgefertigte Zutaten zunehmend durch selbst zubereitete Komponenten ersetzt werden – industrielle Convenience-Produkte etwa durch hausgemachte Brühen. So bietet das HSW nicht nur schmackhafte, sondern zugleich nachhaltige Gerichte an. Denn: Die Verantwortlichen möchten Menschen bewusst einladen, neue Zutaten kennenzulernen und sich mit guter Ernährung auseinanderzusetzen. 

Das Essen wird mittags weiterhin an der Universität ausgegeben; ein kleines E-Auto liefert es von der Küche zur Mensa. Für UW/H-Angehörige und Gäste auf dem Campus ändert sich damit wenig – die Produktion läuft lediglich an einem anderen Ort. Belegte Brötchen und andere kalte Speisen werden weiterhin direkt in der Küche an der Universität vorbereitet und verkauft.

Ein weiterer Vorteil: Der kurze Fußweg vom Christopherus-Hof zur UW/H führt direkt am Bildungsacker vorbei, auf dem im Projekt Feldversuch in Zusammenarbeit mit der Entwicklungsgesellschaft für ganzheitliche Bildung e. V. Bio-Gemüse angebaut wird. Möglichst viel davon zu verarbeiten, ist ein zentrales Anliegen des Projekts. „Dieses praktische Lernumfeld nutzen wir außerdem in verschiedenen Kursen und Veranstaltungen, um die Themen Gesundheitsförderung, Ernährung und Landwirtschaft miteinander zu verbinden“, sagt Stella Bünger, Leiterin des Projekts Feldversuch. 

Christopherus-Hof kann mit frischem Essen beliefert werden

Der Christopherus-Hof wird vom gemeinnützigen Christopherus Haus e. V. betrieben. In sieben Hausgemeinschaften leben dort Menschen mit und ohne Behinderungen, 70 betreute Bewohner:innen und weitere 30 Gemeinschaftsmitglieder. Die Küche des Hofes stand seit 2024 leer, nachdem der bisherige Koch in den Ruhestand gegangen war und keine Nachfolge gefunden werden konnte. Die Bewohner:innen werden seitdem mit angeliefertem Essen versorgt. 

Durch den Einzug der Mensaküche entstehen neue Synergien: Künftig können die Bewohner:innen mit frischen Mahlzeiten beliefert werden. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit über die reine Verpflegung hinausgehen. „Wir freuen uns, den Christopherus-Hof als Partner zu haben und Nachbarschaft kollegial zu gestalten“, sagt Karl Janiszewski. „Hier ist ein gemeinsames Vorhaben entstanden, das sicher auch den einen oder anderen Austausch über das Essen hinaus stärkt.“ 

Langfristig sehen die Verantwortlichen noch weitere Möglichkeiten, denkbar ist etwa, Schulen oder Kindertagesstätten mitzuversorgen oder für kleinere Betriebe Mittagsverpflegung zur Abholung anzubieten. Zunächst aber steht der Start der neuen Küche im Mittelpunkt. „Jetzt geht es darum, dass sich die Abläufe in der neuen Umgebung gut einspielen“, so Karl Janiszewski. „Die Ideen für die Zukunft sind da – aber zuerst soll die neue Küche richtig in Gang kommen.“

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Blick in die neue Küche

In der Küche im Christopherus-Hof können mehr als vier Mal so viele Mahlzeiten pro Tag zubereitet werden wie zuvor. (Foto: UW/H)

Ein E-Auto steht im Innenhof des Christopherus-Hofs.

Ein E-Auto bringt das Essen vom Christopherus-Hof zur Uni Witten/Herdecke. (Foto: UW/H)

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