Verkannte Gaben in der Wirtschaft

Es wird ein Detail aus Murillos „Die kleine Obsthändlerin“ gezeigt

Bei dieser RMI-Veranstaltung geht es um Praktiken, die nicht zu gängigen Vorstellungen von Ökonomie passen. Der Tausch als kalkulierte Leistung und Gegenleistung gilt als typisch für den Wirtschaftsprozess. Mit Kauf- und Arbeitsverträgen kann man jedoch nur bedingt erklären, was die Wirtschaft tagtäglich am Laufen hält. Verkannt wird meist, wie stark das Funktionieren von Märkten und Betrieben von „Gaben“ abhängt. Das sind Beiträge, die nicht vertraglich erwartet werden können, die nicht um eines Nutzens willen gegeben werden und die dennoch – und deshalb – dem Gemeinwohl dienen und die Grundlagen der Wirtschaft stärken.

Drei renommierte Gastreferenten setzen bei der RMI-Debatte neue Akzente in dieser Thematik: Günther Ortmann (HSU) präsentiert in seinem neuen Buch „Über den Vertrag hinaus“ eine Fülle von Beiträgen, die Menschen in Unternehmen erbringen, weil es ihnen um Würde und Anstand geht. Birger Priddat (UW/H) unternimmt im neuen Buch „Der Markt der befreundeten Bürger im reichen Athen“ eine gabentheoretische Revision der Ökonomie der Freundschaft von Aristoteles und verweist unter anderem auf das „Teilen“ im freundschaftlichen Netzwerk. David Seidl (Uni Zürich) vertritt eine praxistheoretische Perspektive auf Strategieprozesse und zeigt, dass Strategien kontinuierlich durch ein informelles und emergentes Zutun Vieler geprägt werden.

Die vollständige Ankündigung gibt es hier . Die Teilnahme an der Veranstaltung inklusive eines kleinen Empfangs im Anschluss ist kostenlos nach vorheriger Anmeldung unter rmi@uni-wh.de.