Aktivismus als Unternehmensaufgabe: Wie Studierende die Grenzen von Corporate Activism ausloten
Soziale Fragen, Klimakrisen und geopolitische Umwälzungen werden auch für Unternehmen zur Gestaltungsaufgabe. Mit dieser Ausgangslage beschäftigten sich Master-Studierende der UW/H in einem Blogseminar.
Schon zu Beginn des Seminars entflammte eine lebhafte Debatte: Wie legitim ist das Engagement von Unternehmen in gesellschaftspolitischen Diskursen? Sollen sie sich raushalten, weil sie nicht demokratisch legitimiert sind – oder dürfen sie sich nicht raushalten, weil sie Teil der Probleme und Lösungen sind?
Diese Spannung zog sich als roter Faden durch das Blockseminar „Socio-Political Activism in and by Organizations" mit 14 Master-Studierenden der Studiengänge Philosophy, Politics and Economics (PPE) und Strategy & Organization (S&O).
Ein Gastbeitrag von Vodafone verdeutlichte die Herausforderungen in der Praxis
Ein Höhepunkt des Seminars war der Beitrag von Sebastian Pfister, Head of Communication bei der Vodafone Foundation. Mit seinem Erfahrungsschatz bereicherte er die Veranstaltung um Perspektiven aus der realen Welt des Corporate Socio-Political Activism. Er betonte insbesondere, dass Bildungsangebote dazu beitragen können, ein Thema voranzubringen.

„Soziale Fragen, Klimakrisen und geopolitische Umwälzungen – das Feld der Polykrisen macht deutlich, dass die Zeit vorbei ist, in denen Unternehmen diese Phänomene als Externalitäten abtun konnten“, erklärt PPE-Student Leonard Römer rückblickend. „Das Seminar hat gezeigt, wie Unternehmen ihre inhärente soziale Verantwortung wahrnehmen können.“
Seine Kommilitonin Sofie Rothenstein ergänzt, welche entschiedene Rolle politische Rahmenbedingungen spielen: „Unterschiedliche Marktversagen wie bei der Umweltverschmutzung fordern uns heraus und können ohne politisches und gesellschaftliches Zutun nicht gelöst werden. Die Verantwortung allein den Unternehmen zuzuordnen, halte ich für naiv. Unternehmensentscheidungen haben soziale und ökologische Konsequenzen und sind daher immer auch politisch. Ich ermutige jeden, sich nicht nur als wirtschaftliches, sondern auch als politisches Wesen zu begreifen.“