Erste „GaDiaKi“-Studienzentren starten: Neue Schulungsangebote sollen Kindern und Jugendlichen mit Diabetes und ihren Familien mehr Sicherheit geben

Eine Wissenschaftlerin der Uni gratuliert den beiden Praxisinhabern zu der Kooperation, sie lächeln in die Kamera und freuen sich.

Ein Kind mit Typ-1-Diabetes muss jeden Tag Entscheidungen treffen, die für seine Gesundheit von großer Bedeutung sind: Wie entwickelt sich der Blutzucker? Wie viel Insulin wird benötigt? Was passiert beim Sport, auf Klassenfahrt oder beim Kindergeburtstag? Gleichzeitig begleitet viele Eltern die Sorge vor Unterzuckerungen und möglichen Notfällen.

Genau hier setzt das Projekt „Ganzheitliche interprofessionelle Diabetes-Gruppenschulungen für Kinder und Jugendliche in einem kindgerechten Alltagssetting“ (GaDiaKi) unter der Konsortialleitung der Universität Witten/Herdecke (UW/H) an, das von Pro Kid e.V. entwickelt wurde. 

GaDiaKi wird durch den Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert. Ziel des Projekts ist es, wissenschaftlich zu untersuchen, wie alltagsnahe Schulungsangebote Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes sowie ihre Familien im Umgang mit der Erkrankung unterstützen können. 

Die ersten beiden Studienzentren sind jetzt gestartet: die kinderdiabetologischen Schwerpunktzentren in Bielefeld (Dr. Meik Askenas) und Herford-Radewig (Dr. Christoph Klinkert). 

Sie bilden den Auftakt für ein bundesweites Netzwerk von bis zu 40 kinder- und jugenddiabetologischen Schwerpunktpraxen und Diabeteszentren. Die Universität Witten/Herdecke sucht dafür weitere Einrichtungen, die sich an der Studie beteiligen und die zukünftige Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes aktiv mitgestalten wollen.

Welche Unterstützung Familien wirklich hilft

„Mit dem Start der ersten Studienzentren beginnt nun die entscheidende Phase des Projekts“, sagt Dr. Bettina Berger, die die Konsortialführung der Universität Witten/Herdecke übernimmt. „Wir wollen herausfinden, welche Schulungsangebote Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, ihren Diabetes selbstbewusst und sicher in ihren Alltag zu integrieren – und wie Familien dadurch spürbar entlastet werden können und sich ihre Teilhabe am sozialen Leben verbessern lässt.“

Lernen im Alltag statt im Behandlungszimmer

GaDiaKi verlagert die Schulung aus Klinik und Praxis in den Alltag. In Freizeiteinrichtungen lernen Kinder und Jugendliche in Gruppen von 16 bis 20 Teilnehmenden mehrere Tage lang ihren Diabetes selbstständig zu managen – beim Sport, bei gemeinsamen Aktivitäten, beim Essen mit anderen.

Begleitet werden sie von interprofessionellen Teams aus Kinder- und Jugenddiabetologie, Psychologie, Sozialpädagogik und Ernährungsberatung. Eine besondere Rolle spielen junge Erwachsene mit Typ-1-Diabetes: Als Mentor:innen bringen sie eigene Erfahrungen ein und begleiten die Teilnehmenden auf Augenhöhe. Der Bund diabetischer Kinder und Jugendlicher e. V. (BdKJ) schult und vergütet ihren Einsatz.

 

Weitere Informationen: 

Die Praxen in Bielefeld und Herford-Radewig übernehmen nun eine Vorreiterrolle. In den kommenden Monaten sollen weitere Schwerpunktpraxen und Diabeteszentren als Studienzentren hinzukommen. 

Interessierte Einrichtungen können sich melden unter: 

gadiaki@uni-wh.de

Projektleitung

Dr. Bettina Berger & Prof. Dr. Ekkehart Jenetzky

Private Universität Witten/Herdecke

Projekt GaDiaKi

58455 Witten

Fotos zum Download

Die Praxis von Dr. Christoph Klinkert in Herford-Radewig gehört zu den ersten beiden Praxen, die beim Projekt "GaDiaKi" mitmachen. (Foto: UW/H)

Die Praxis von Dr. Meik Askenas in Bielefeld gehört zu den ersten beiden Praxen des Projekts "GaDiaKi". (Foto: UW/H)

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Porträtfoto von Svenja Malessa

Svenja Malessa

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