Interprofessionelles Graduiertenkolleg für Integrative Medizin und Gesundheitswissenschaften (IGIM) startet neuen Jahrgang

Gebäudeaufnahme der Universität Witten/Herdecke von außen

Um die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftler:innen (Promotion und Master) in der integrativen Medizin zu verbessern, bietet die Universität Witten/Herdecke (UW/H) das Interprofessionelle Graduiertenkolleg für Integrative Medizin und Gesundheitswissenschaften (IGIM) an. Mit dem verpflichtenden Einführungsseminar am 02. und 03. Oktober 2026 startet bereits der sechste Jahrgang in das wissenschaftliche Förderprogramm; eine Bewerbung ist bis zum 31. August möglich. Die Teilnahme am Programm ist nach Aufnahme kostenfrei.

Graduiertenkolleg fördert den Austausch verschiedener Fachrichtungen 

Als hochschulübergreifendes strukturiertes Förderprogramm bietet das IGIM eine Plattform und ein Netzwerk, um Promotionsbetreuende und Promovierende zusammenzubringen. „Mit qualitativ hochwertigen Abschlussarbeiten können wir eine starke Wissenschaft in der integrativen Medizin sicherstellen“, sagt Dr. Beate Stock-Schröer, Sprecherin des IGIM. Die integrative Medizin stellt die Bedürfnisse der Patient:innen in den Mittelpunkt. Sie kombiniert Therapieansätze der konventionellen Schulmedizin mit ergänzenden, ganzheitlichen Methoden der Komplementärmedizin, um für jede:n Patient:in die individuell beste Behandlung zu finden. Bisherige Promotions- und Masterarbeiten im Graduiertenkolleg untersuchten zum Beispiel die Effekte von Ölziehen bei Zahnfleischentzündungen – eine ayurvedische Praxis, bei der pflanzliches Öl im Mund bewegt wird, um etwa Bakterien zu entfernen und die Mundgesundheit zu fördern. Andere Arbeiten beschäftigten sich mit der multimodalen Therapie bei Endometriose, die verschiedene Behandlungsansätze verbindet, sowie von Naturheilverfahren sowie komplementär- und integrativmedizinischen Verfahren im Profifußball.

An drei Wochenenden im Jahr finden Kolloquien statt, in der Regel an der Universität Witten/Herdecke. Hier werden einerseits begleitende Basis- und Wahlmodule rund um das wissenschaftliche Arbeiten angeboten: Sie behandeln Themen wie Literaturrecherche, wissenschaftliches Schreiben, qualitative Forschung oder Wissenschaftstheorie. Darüber hinaus gibt es regelmäßig eine Schreibwerkstatt, verschiedene Forschungswerkstätten, einen Journal Club und individuelle Sprechstunden. 

Unterstützung und Motivation bei der Arbeit an der Promotion

Andererseits bieten die Kolloquien die Möglichkeit, sich in kleinen Arbeitsgruppen zu thematischen und methodischen Schwerpunkten auszutauschen und den Stand des eigenen Forschungsprojekts sowie eventuelle Herausforderungen zu präsentieren. „Die Teilnehmenden kommen aus verschiedenen Disziplinen und schätzen diese Diskussionsmöglichkeiten sehr“, betont Dr. Silke Lange, wissenschaftliche Mitarbeiterin im IGIM. „Die Interprofessionalität ermöglicht es, ein Problem, bei dem man selbst vielleicht nicht weiterkommt, aus einer anderen Perspektive zu betrachten und Lösungen zu entwickeln.“ 

Entlastung für Promovierende und Betreuende 

Das Programm steht allen Personen offen, die sich für eine Promotion oder Masterarbeit in der integrativen Medizin interessieren und aus den Bereichen der Medizin oder Psychologie, der Gesundheitsfachberufe, Therapie-, Geistes- oder Naturwissenschaften kommen – unabhängig davon, an welcher Universität sie promovieren oder studieren. Zudem ist es unerheblich, ob sie noch auf der Suche nach einem Promotionsthema sind oder schon ein eigenes Thema mit einer dazugehörigen Betreuung mitbringen. 

Dadurch, dass die Promotions- und Master-Studierenden im IGIM eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung erhalten, werden auch die Betreuenden entlastet und unterstützt. Betreuende, die gemeinsam mit den Mitarbeitenden des IGIM an einem Thema in der integrativen Medizin arbeiten möchten und noch eine:n Doktorand:in dafür suchen, können sich ebenfalls melden. 

Ablauf des Interprofessionellen Graduiertenkollegs

Das Einführungsseminar am 02. und 03. Oktober 2026 ist verpflichtend für eine Teilnahme am IGIM. Bewerbungsschluss ist am 31. August. Die zweitägige Veranstaltung führt in die Grundkenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens ein. Hier lernen sich die Teilnehmenden untereinander kennen und knüpfen Kontakt zu möglichen Betreuenden. Bei Bedarf kann im Einführungsseminar ein Promotionsvorhaben vermittelt werden. 

Wer sich anschließend für eine Teilnahme am Graduiertenkolleg entscheidet, muss eine erneute kurze Bewerbung einreichen. Die Frist dafür ist Ende Oktober. Das erste Kolloquium findet vom 13. bis 15. November an der Universität Witten/Herdecke statt.

In einer digitalen Informationsveranstaltung zum IGIM am Mittwoch, 5. August, von 19 bis 20 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit, das Programm kennenzulernen und Fragen zu stellen. Nach einer Anmeldung per Mail (igim@uni-wh.de) erhalten Sie die Zugangsdaten. 

Weitere Informationen: Bei inhaltlichen Rückfragen können Sie sich an Dr. Beate Stock-Schröer (Beate.Stock-Schroeer@uni-wh.de, 02302 926-795) oder Dr. Silke Lange (Silke.Lange@uni-wh.de, 02302 926-713) wenden. Weitere Informationen finden Sie außerdem auf der Website des IGIM.

Ansprechpartnerin

Porträtfoto von Miriam Kreimeyer

Miriam Kreimeyer

Referentin Kommunikation

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