Jede siebte Frau leidet unter psychischen Belastungen rund um die Geburt

Man sieht eine Therapiesituation. Zwei Frauen, die miteinandersprechen.

Viele Frauen erleben die Zeit rund um Schwangerschaft und Geburt anders, als sie es erwartet haben. Depressionen, Angststörungen oder belastende Zwangsgedanken gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in dieser Lebensphase. Dennoch suchen viele Frauen aus Scham oder Schuldgefühlen keine Hilfe. Um Betroffene frühzeitig zu unterstützen, bietet das Zentrum für Psychische Gesundheit und Psychotherapie (ZPP) der Universität Witten/Herdecke (UW/H) eine Gruppentherapie für psychische Belastungen in Schwangerschaft und Stillzeit an. Aktuell sind noch Plätze frei.

Warum viele Frauen sich nicht trauen, Hilfe zu suchen

„Viele Frauen glauben, sie seien mit ihren Gedanken und Gefühlen allein, weil rund um Schwangerschaft und Mutterschaft oft ein idealisiertes Bild vermittelt wird“, sagt Sophie Holtmann, Psychologische Psychotherapeutin am ZPP und Leiterin der Gruppe. „Der Austausch mit anderen Betroffenen kann entlasten und den ersten Schritt aus der Isolation erleichtern.“

Die körperlichen, hormonellen und sozialen Veränderungen in der sogenannte Peripartalzeit, die Zeit der Schwangerschaft und das erste Jahr nach der Geburt, erhöhen das Risiko für psychische Erkrankungen. Warnsignale sind unter anderem anhaltende Niedergeschlagenheit, starke Ängste, sozialer Rückzug, belastende Zwangsgedanken oder Schwierigkeiten, eine Bindung zum Kind aufzubauen.

In der Gruppentherapie erhalten die Teilnehmerinnen Informationen über psychische Belastungen rund um Schwangerschaft und Stillzeit und entwickeln Strategien für den Umgang mit ihren Beschwerden. Geleitet wird jede Gruppe von zwei qualifizierten Psychotherapeut:innen , maximal zehn Personen nehmen teil.

„Gruppentherapien sind bei vielen psychischen Erkrankungen genauso wirksam, teilweise sogar wirksamer als Einzeltherapien. Gerade in dieser Lebensphase erleben viele Frauen es als besonders hilfreich, anderen mit ähnlichen Erfahrungen zu begegnen“, sagt Holtmann.

Neben diesem Angebot gibt es am ZPP derzeit auch freie Plätze in Gruppentherapien für Erwachsene mit Angst- und Panikstörungen und Schlafstörungen. Es gibt auch Gruppen zum Thema ADHS oder Problemen mit dem Selbstwertgefühl, da können sich Betroffene auf eine Warteliste setzen lassen. Die Kosten werden bei vorliegender Indikation von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Weitere Informationen: Betroffene können sich hier informieren und anmelden: https://www.uni-wh.de/ueber-uns/ambulanzen/zentrum-fuer-psychische-gesundheit-und-psychotherapie-zpp/zpp-ambulanz-fuer-erwachsene

Es gibt zu den einzelnen Gruppenangeboten spezifische Mailadressen, mit denen man sich direkt bei den Therapeut:innen anmelden kann.

 

Ansprechpartnerin

Porträtfoto von Svenja Malessa

Svenja Malessa

Pressereferentin

Administration  |  Kommunikation & Marketing

Alfred-Herrhausen-Straße 48
58455 Witten

Raumnummer: 2.F05