KI in Unternehmen: Wie Mensch und Technik zusammenfinden
Neues Forschungsprojekt DAISY der Universität Witten/Herdecke untersucht, wie Unternehmen Künstliche Intelligenz sicher und menschengerecht einführen können.
Unternehmen in ganz Deutschland widmen sich gerade der Frage, ob, wo und welche Lösungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) sie einführen wollen. Während die Verheißungen locken, ist eine KI einzuführen weit mehr als eine technische Entscheidung: Welches System passt zum Unternehmen? Welche Chancen und Risiken bringt es mit sich? Wer entscheidet über seinen Einsatz? Wie werden Datenschutz und IT-Sicherheit gewährleistet? Und wie können Beschäftigte von Anfang an einbezogen werden?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich das neue Forschungsprojekt DAISY (Datenschutz und Arbeitnehmendeninteressen in AI-as-a-Service-Systemen). Im Mittelpunkt stehen KI-Anwendungen, die Unternehmen nicht selbst entwickeln, sondern als Dienstleistung einkaufen. Solche „AI-as-a-Service“–Systeme (AIaaS) stellen KI-Modelle über eine Cloud bereit und ermöglichen auch Unternehmen ohne große eigene IT-Ressourcen den Zugang zu leistungsfähiger KI. Gleichzeitig bringen sie neue Herausforderungen für Datenschutz, IT-Sicherheit und den Umgang mit KI im Arbeitsalltag mit sich.
Wer entscheidet über KI im Unternehmen?
An der Universität Witten/Herdecke (UW/H) richtet sich der Blick vor allem auf die Menschen, die über den Einsatz von KI entscheiden. Dr. Alina Tausch, Vertretungsprofessorin für Personal- und Organisationspsychologie, untersucht, was in einem Unternehmen auf dem Weg zur Entscheidung passiert, bis ein neues KI-System eingeführt wird. Im Fokus stehen dabei unter anderem Geschäftsführungen, IT-Verantwortliche und Betriebsräte.
„Ob KI im Arbeitsalltag gut funktioniert, und wie sicher der Umgang mit Daten darin ist, entscheidet sich nicht allein an der Technik. Entscheidend ist auch, wie Unternehmen solche Systeme auswählen und einführen, wer an diesen Entscheidungen beteiligt wird und welche Interessen dabei berücksichtigt werden“, sagt Alina Tausch. „Wir wollen herausfinden, wie diese Prozesse gestaltet sein müssen, damit KI nicht nur effizient, sondern auch sicher, transparent und menschengerecht eingesetzt werden kann.“
Dafür sind unter anderem Interviews mit Geschäftsführungen, Betriebsräten und Verantwortlichen für Informationssicherheit geplant. Sie sollen zeigen, wie Entscheidungen über den Einsatz von KI in Unternehmen tatsächlich zustande kommen. Aus den Ergebnissen sollen konkrete Hilfen für die Praxis entstehen, darunter Empfehlungen für die Einführung von KI und ein interaktiver Online-Entscheidungsbaum, der Verantwortliche durch wichtige Entscheidungen bei der Auswahl und Einführung von KI-Systemen führt.
Weitere Informationen:
Das Projekt DAISY (Förderkennzeichen 16KIS2670) wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit 1,29 Millionen Euro gefördert. Rund 360.000 Euro davon gehen an die Universität Witten/Herdecke. An dem Verbundprojekt beteiligt sind neben der UW/H die Ruhr-Universität Bochum, die Universität Duisburg-Essen und die Bochum Wirtschaftsentwicklung. Die Koordination liegt bei der Ruhr-Universität Bochum.
Ansprechpartnerin

Svenja Malessa
Pressereferentin
Administration | Kommunikation & Marketing
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