Launch [tra:ce] WP Nr. 9 „Competing State Projects and Contested Green Macrofinancial Regimes“

Auf dem Foto ist das Parlament in Brasilien zu sehen, mit seinen charakteristischen Doppeltürmen und der Schale auf dem Dach

Die wachsende Bedeutung grüner makrofinanzieller Governance hat das Interesse an der Rolle des Staates bei der Steuerung der grünen Transformation neu belebt. Die jüngere Forschung hat zwar alternative makrofinanzielle Pfade zur Dekarbonisierung identifiziert, erklärt aber kaum, in welchen politischen Auseinandersetzungen diese institutionellen Konfigurationen entstehen und sich wandeln. Das Paper führt deshalb das Konzept umkämpfter grüner makrofinanzieller Regime ein. Gestützt auf einen strategisch-relationalen Staatsansatz argumentieren die Autor:innen, dass grüne makrofinanzielle Regime keine kohärenten institutionellen Konfigurationen sind, sondern kontingente Ergebnisse des Ringens konkurrierender Staatsprojekte. Sie unterscheiden drei idealtypische Projekte, ein grün-marktliberales, ein transformatives grünes und ein reaktionäres kohlenstoffintensives Staatsprojekt, und wenden diesen Rahmen auf Brasilien an.

Die Analyse zeigt, dass in Brasilien konkurrierende Staatsprojekte nebeneinander bestehen, die politische Ergebnisse in ungleichem Maße beeinflussen können. Das marktliberale Projekt bleibt dominant, transformative und reaktionäre Projekte gestalten die makrofinanzielle Architektur des Landes jedoch periodisch um, unter Bedingungen finanzieller Subordination, ökonomischer Reprimarisierung und Klimaobstruktion. Daraus entsteht ein umkämpftes grünes makrofinanzielles Regime. Das Paper bietet damit einen Analyserahmen für grüne makrofinanzielle Governance in unterschiedlichen strukturellen Kontexten und hebt die besonderen Dynamiken in Schwellen- und Entwicklungsländern hervor.

Das Paper ist hier verfügbar.