Macht verstehen – und für Gutes nutzen

Tiziana Casciaro hält ihre Distinguished Lecture vor Publikum

Am 24. Juni 2026 wurde Prof. Tiziana Casciaro, Professorin für Organizational Behavior und Marcel Desautels Chair in Integrative Thinking an der Rotman School of Management der University of Toronto, durch das Reinhard Mohn Institut mit einer RMI Distinguished Lecture gewürdigt.

Nach der Begrüßung durch den Dekan Prof. Dirk Sauerland führte Prof. Hendrik Wilhelm mit einer Laudatio in den Abend ein. Dabei würdigte er Tiziana Casciaro als international herausragende Wissenschaftlerin, deren Forschung in führenden Fachzeitschriften erschienen ist und mehrfach ausgezeichnet wurde. Auch über die Wissenschaft hinaus findet ihre Arbeit große Resonanz: Sie wurde unter anderem in The Economist, Financial Times, The New York Times und TIME aufgegriffen. Tiziana Casciaro hat so einen besonderen Bezug zur Arbeit des RMI: Durch ihre exzellente Forschung zu Kooperation, ihren wirksamen Praxistransfer und ihre Fähigkeit, Menschen in Austausch zu bringen und so Zusammenarbeit zu ermöglichen.

In ihrer ebenso interaktiven wie kurzweiligen RMI Distinguished Lecture hielt Tiziana Casciaro einen Vortrag mit dem Titel „Power for All: How to Influence People by Understanding What They Want – What They Really, Really Want – and How to Use Your Power for Good“. Darin zeigte Tiziana Casciaro, dass Macht weniger als feste Eigenschaft einzelner Personen zu verstehen ist, sondern als relationale Dynamik, die in sozialen Beziehungen entsteht. Im Zentrum stand die Frage, wie Menschen besser erkennen können, welche Motive sie selbst und andere antreiben, und wie dieses Verständnis zur praktischen Grundlage von Einfluss und Macht werden kann. Damit knüpfte Tiziana Casciaro an ihr gemeinsam mit Julie Battilana verfasstes gleichnamiges Buch an, das unter anderem mit dem George R. Terry Book Award der Academy of Management ausgezeichnet wurde.

Trotz der hohen Temperaturen folgten mehr als 80 Teilnehmende der Lecture mit großem Interesse. Im anschließenden Q&A entwickelte sich ein reger Austausch darüber, wie Macht nicht zur Kontrolle, sondern verantwortungsvoll „for good“ genutzt werden kann – etwa, indem man die Bedürfnisse, Ziele und Antriebskräfte anderer besser versteht und berücksichtigt. Die positive Stimmung setzte sich im Anschluss bei Getränken fort: Viele Gäste nutzten die Gelegenheit für persönliche Gespräche, um die Impulse aus der Lecture zu vertiefen und sich fröhlich auszutauschen.