Ringvorlesung „Mensch-Tier-Beziehung #govegan": 03.12.2026

Nach den grandiosen Erfolgen der Online-Ringvorlesung im Wintersemester 24/25, Sommersemester 25 und Wintersemester 25/26 mit jeweils über 1.300 Teilnehmenden haben sich die Veranstalter:innen der UW/H-Ringvorlesung im Sommersemester 26 mit „Gaming und Gesellschaft” erstmal einem anderen Thema gewidmet. In diesem Wintersemester kehrt wieder die öffentliche und kostenlos zugängliche (Online-)Ringvorlesung „Mensch-Tier-Beziehung #govegan" zurück.
Die Ringvorlesung des Lehrstuhls für Didaktik und Bildungsforschung im Gesundheitswesen (Prof. Jan P. Ehlers, Dr. Julia Nitsche) und der Juniorprofessur für Digital Health (Jun.-Prof. Theresa Sophie Busse) bezieht sich auf die Synthese „Mensch-Tier-Beziehung“ und bietet dabei eine weitreichende Plattform für eine umfassende Diskussion und Auseinandersetzung mit den vielfältigen Aspekten von Tierschutz, Umweltbewusstsein und Ethik.
Am 03.12. gehen die Teilnehmenden zusammen mit Dr. Simone Horstmann der Frage nach, was es bedeutet Tierleid zu sehen.
Fragt man Menschen danach, warum sie vegan geworden sind, dann hört man häufig: „Ich habe das Leid der Tiere gesehen“ – in einer Dokumentation, eher beiläufig im Instagram-Feed, oder vielleicht sogar ganz direkt. Wie kaum ein anderer Sinn scheint das Sehen mit unserer Fähigkeit zur Moral verknüpft zu sein; es gibt Auskunft darüber, wie sehr etwas für uns wirklich zu werden vermag. Die klassische Tierethik hat von diesem Zusammenhang bislang erstaunlich wenig Notiz genommen: Sie versteht sich selbst als reine Begründungstheorie – und macht dennoch häufig die (frustrierende) Erfahrung, dass selbst die besten Handlungsgründe rätselhaft unwirksam bleiben können. Aus diesem Grund plädiert dieser Vortrag dafür, tierethische Konflikte auch als Wahrnehmungskonflikte zu rekonstruieren: Wer bezüglich einer moralischen Frage anderer Auffassung ist, hat nicht nur andere Gründe, sondern sieht in der Tat etwas anderes und erlebt die Wirklichkeit anders. Daher geht es bei tierethischen Konflikten (mindestens) auch um einen Streit darüber, was wir sehen, wenn wir Tiere sehen, wie stark wir selbst als Wahrnehmende mit dem Wahrgenommenen verstrickt sind und wie Ethik am Erwerb (und am Verlust) von moralischer Sensibilität beteiligt ist.
Weitere Termine:
17.12.26: S4E9 Zwischenreflexion
24.12.26: Winterpause
31.12.26: Winterpause
07.01.27: S4E10 Wenn Tiere Grenzen überschreiten: Invasive Arten im Spannungsfeld von Mensch, Tier und Gesundheit
14.01.27: S4E11 Mit Tieren denken. Medienwissenschaftliche Tier-Mensch-Relationen
21.01.27: S4E12 Tierschutz bei der Schlachtung
28.01.27: S4E13 Schädlingsbekämpfung aus Tierschutzsicht
04.02.27: S4E14 Abschlussquiz Kahoot
Teilnahme:
In diesem Jahr finden Teile der Veranstaltung für Studierende der UW/H in Präsenz statt. Externe können weiterhin online teilnehmen. Gerne stellen wird nach regelmäßiger Teilnahme ein Zertifikat ausgestellt (z.B. zur eigenständigen Anrechnung als Wahlfach an der eigenen Universität oder Fortbildung).
Externe Teilnehmende haben in diesem Semester zwei Möglichkeiten zur Teilnahme. Entweder sie registrieren sich über Zoom und nehmen dann direkt im Zoomraum teil oder anonym direkt über den Twitchstream.
Weitere Informationen:
Die Veranstaltung „Mensch-Tier-Beziehung“ fand erstmalig im Sommersemester 2021 als Seminar in einem kleinen Rahmen statt, in dem die Studierenden die Inhalte selbst erarbeiteten. Hier findet sich ein Buch, das damals gemeinsam von den Studierenden und dem Team der Dozierenden im Rahmen des Kurses erarbeitet wurde. Nun soll die Veranstaltung zum vierten Mal in einem größeren Format fortgesetzt werden, in dem Expert:innen uns einen Einblick in ihre Teilbereiche schenken.
In den vergangenen Jahren ist an Universitäten ein verstärktes Umweltbewusstsein sowie das Interesse am Klimaschutz zunehmend in den Fokus gerückt. Auch wenn daraus bisher sehr erfolgreiche Formate entstehen konnten, ist die direkte Beziehung zwischen Mensch und Tier in universitären Kontexten bisher noch unzureichend thematisiert worden. In einer immer komplexer werdenden Welt ist es zudem wenig sinnvoll, große Herausforderungen nur singulär zu betrachten.