Sprechstunde für Kuscheltiere: Mehr als 170 Einsätze in der Teddyklinik

Ein Kind steht in Schutzkleidung am OP-Tisch und versorgt ihr verletztes Kuscheltier, das eine Sauerstoffmaske trägt.

Ein Stofftiger mit Zahnschmerzen, eine Fledermaus mit lahmem Flügel und ein trauriger Esel: Am Donnerstag, 05. November 2026, haben mehr als 170 Vorschulkinder aus Witten ihre kranken Kuscheltiere in die Teddyklinik der Universität Witten/Herdecke (UW/H) gebracht. Unterstützt von 60 Studierenden der Humanmedizin, Zahnmedizin und Psychologie begleiteten sie ihre Gefährten spielerisch durch den Klinikalltag.

Teddykrankenhaus als Erfahrung für Kinder und Studierende

Für viele Kinder ist der Besuch einer Praxis oder eines Krankenhauses mit großer Aufregung oder sogar Angst verbunden. Unbekannte Geräte, ungewohnte Gerüche und fremde Menschen in Kitteln können einschüchternd wirken. Genau hier setzt das Format „Teddyklinik“ an: „Wir möchten Kindern auf spielerische Weise die Angst vor Klinikbesuchen nehmen. Indem sie ihre Kuscheltiere begleiten, können sie ganz ohne Druck Fragen zu Untersuchungen und Behandlungen stellen und so Vertrauen aufbauen“, sagt Greta Hagelstein vom Organisationsteam. Auch für die Studierenden ist die Veranstaltung eine wertvolle Erfahrung: Sie üben, auf die Bedürfnisse und Sorgen junger Patient:innen einzugehen, medizinische Abläufe altersgerecht zu erklären und ihnen mit viel Einfühlungsvermögen auf Augenhöhe zu begegnen.

Von der Radiologie bis zur Zahnstation: So läuft ein Besuch in der Teddyklinik ab

Wie in einem echten Krankenhaus durchliefen die Plüschpatient:innen verschiedene Stationen, an denen sie entsprechend ihrer Beschwerden behandelt wurden. Dabei durften die Kinder selbst in die Rolle junger „Assistenzärzt:innen“ schlüpfen und bei der Versorgung ihre verletzten Pinguine, Eisbären und Affen helfen. In der Radiologie analysierten sie Röntgenbilder, in der Chirurgie halfen sie dabei, verletzte Flügel zu stabilisieren und am OP-Tisch assistierten sie mit Mundschutz und Haube bei der Behandlung ihrer Schützlinge. Auf der zahnmedizinischen Station übten die Drei- bis Sechsjährigen mithilfe eines großen Pferde-Stofftiers die richtigen Zahnputztechniken. Gemeinsam mit Psychologiestudierenden lernten sie anhand von Teddys und Symbolkarten, Gefühle wie Angst, Freude oder Traurigkeit zu erkennen und auszudrücken.

Ein besonderer Höhepunkt wartete zum Abschluss des Teddyklinik-Besuchs: der Rettungswagen des Arbeiter-Samariter-Bundes, Kreisverband Witten e. V. Die Kinder durften das Fahrzeug von innen erkunden und sogar selbst Blaulicht und Sirene einschalten.

Weitere Informationen: 
Das Teddykrankenhaus findet halbjährlich statt. Das Projekt finanziert sich vollständig über Spenden und wird von der Wittener Universitätsgesellschaft (WUG) gefördert, sodass auch beim nächsten Mal wieder zahlreiche „Patient:innen“ behandelt werden können. Sobald der nächste Termin für das Frühjahr 2027 feststeht, werden die Kindergärten per E-Mail informiert. Wenn Sie Fragen haben oder in den Verteiler aufgenommen werden möchten, schreiben Sie gerne ein E-Mail an teddykrankenhaus@uni-wh.de. 

Fotos zum Download

Zwei Kinder halten ihre Kuscheltiere - ein Teddy und eine Fledermaus - hoch und lächeln in die Kamera.

Ein Teddy mit Bauchweh und eine Fledermaus mit lahmen Flügel kommen in die Teddyklinik. (Foto: UW/H)

Ein Kind trägt OP-Kleidung und versorgt ihr verletztes Kuscheltier, das mit einer Sauerstoffmaske auf dem OP-Tisch liegt.

Im OP-Saal der Teddyklinik dürfen Kinder Assistenzärzt:innen spielen. (Foto: UW/H)

Eine Medizinstudentin und ein Junge stehen nebeneinander vor einem Behandlungstisch und untersuchen ein Kuscheltier.

Medizinstudierende begleiten Kinder und ihre Kuscheltiere spielerisch durch den Klinikalltag. (Foto: UW/H)

Zwei Kinder untersuchen das Gebiss eines Stoffpferdes mit zahnmedizinischen Instrumenten.

Auf der Zahnstation üben Kinder das richtige Zähneputzen. (Foto: UW/H)

Zwei Kinder behandeln ihre Kuscheltiere mit Stethoskop und Ultraschall.

Ultraschall für Spiderman und Fuchs. (Foto: UW/H)

Ein Rettungssanitäter schnallt einen Stoffteddy auf eine Trage. Ein kleiner junge steht daneben und assistiert.

Wenn Teddy im Rettungswagen mitfahren darf. (Foto: UW/H)

Ansprechpartnerin

Porträtfoto von Miriam Kreimeyer

Miriam Kreimeyer

Referentin Kommunikation

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