VWL-Studiengänge

Erfahrungsberichte aus dem Praktikum

Thinktanks, NGOs & internationale Zusammenarbeit

Einblicke in die Welt der Wirtschaft und Politik gewinnen und die im Studium gewonnenen theoretischen Kenntnisse praktisch anwenden: Studierende der UW/H schätzen die Möglichkeit, dank des exzellenten Netzwerk aus nationalen und internationalen Partnerunternehmen, Praktika durchzuführen. Hier berichten sie von ihren Erfahrungen in unterschiedlichen Organisationen und Institutionen und dem Nutzen, den sie aus ihren praktischen Tätigkeiten gezogen haben.

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie

Michael Thomsen | Alumnus
PPÖ – Philosophie, Politik und Ökonomik (B. A.)

Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie ist einer der führenden Think Tanks in diesem Politikfeld. Es wurde 1991 in Vorbereitung auf die erste globale Umwelt- und Entwicklungskonferenz in Rio 1992 gegründet. Heute arbeiten dort 300 Wissenschaftler:innen in Wuppertal und Berlin. 

Während meiner Zeit als Werkstudent am Wuppertal Institut konnte ich wertvolle Einblicke in die Arbeit des Fachbereiches „Transformative Industriepolitik“ der Abteilung „Zukünftige Energie- und Industriesysteme“ gewinnen. Ich war in das internationalen Forschungsprojekt „ENTICE“ eingebunden, welches von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben wurde. Es war spannend zu sehen wie verschiedene Forschungsinstitute in Europa an einem solchen Projekt zusammenarbeiten und es war cool wie ich als Werkstudent voll mit eingebunden war.

Meine Kollegen und Vorgesetzten waren des Öfteren in Brüssel oder Berlin in beratender Funktion oder auf Konferenzen auf der ganzen Welt und haben so die wissenschaftlichen Erkenntnisse direkt an die verantwortlichen Stellen der Fachöffentlichkeit und der Politik getragen. 

Durch diese Einblicke hat mir die Zeit am Wuppertal Institut nicht nur bei der Wahl eines Masterstudiengangs geholfen, sondern auch berufliche Wege aufgezeigt.

Portraitfoto von Michael Thomsen
Portraitfoto von Anne Siebelhoff

Deutsche Botschaft

Anne Siebelhoff | Alumna
PPÖ – Philosophie, Politik und Ökonomik (B. A.)

Auch wenn Diplomatie im 21. Jahrhundert neue Formen annimmt, bleibt die klassische diplomatische Arbeit zwischen Staaten von großer Bedeutung. Während meines Praktikums an der Deutschen Botschaft in Tegucigalpa, Honduras, hatte ich die Möglichkeit, diese unterschiedlichen Aufgaben einer deutschen Auslandsvertretung vor Ort kennenzulernen.

Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft, die Vorbereitung und Begleitung von Veranstaltungen sowie die Unterstützung bei gesellschaftlichen Terminen. Darüber hinaus habe ich die Botschafterin zu verschiedenen Treffen begleitet und an der Betreuung lokaler Projekte mitgewirkt.

Besonders spannend war für mich die Verbindung zwischen den politischen Entwicklungen vor Ort und den deutsch-honduranischen Beziehungen. Dabei habe ich gemerkt, wie vielseitig diplomatische Arbeit tatsächlich ist: von politischer Beobachtung und klassischer Interessenvertretung über Entwicklungszusammenarbeit bis hin zu Öffentlichkeitsarbeit und dem direkten Austausch mit Menschen vor Ort.

Future Cleantech Architects

Simon Shaw | Student 
PPÖ – Philosophie, Politik und Ökonomik (B. A.)

Mein Praktikum habe ich bei „Future Cleantech Architects“ absolviert, einem gemeinnützigen Thinktank für Klimainnovationen. Ziel ist es, hochinnovative Technologien in vernachlässigten und schwer zu dekarbonisierenden Sektoren – wie der Zementindustrie – zu entwickeln. Die Mitarbeitenden erarbeiten und erforschen diese Technologien nicht nur, sie sind auch im Gespräch mit verschiedenen Stakeholdern (wie Politik, Investor:innen, Innovator:innen etc.), um Informationsasymmetrien abzubauen und Research-and-Development-Aktivitäten in diesen Bereichen zu intensivieren.

Während meines Praktikums habe ich unter anderem an der Entwicklung eines interaktiven Cleantech-Radar-Tools mitgearbeitet und eine Artikelserie mit dem Handelsblatt gestaltet; außerdem war ich an der Veröffentlichung einer globalen Cleantech-Umfrage beteiligt, die in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen durchführt wurde. So konnte ich projektbezogen spannende Einblicke in das breite Aufgabenspektrum von Thinktanks gewinnen.

Porträt eines Mannes
Porträt einer Frau

GLS Bank

Elena Moll | Studentin
PPÖ – Philosophie, Politik und Ökonomik (B. A.)

Wie kaum ein anderes Institut setzt die GLS Bank – als größte nachhaltige Bank Deutschlands – Maßstäbe im transparenten, sozial-ökologischen und ethischen Bankgeschäft.

Durch mein Praktikum im Kreditbereich hatte ich die Möglichkeit, diese einzigartige Arbeitsweise kennenzulernen: Bereits nach kurzer Zeit durfte ich eigene Privat- und Geschäftskund:innen beraten und die Kolleg:innen bei den Finanzierungen von Start-ups und Unternehmensgründungen unterstützen. Ich habe Kreditgespräche geführt, die Kreditwürdigkeit bewertet, die abschließende Kreditentscheidung getroffen und den Kreditantrag gestellt. Besonders begeistert hat mich, dass ich durch meine Arbeit bei der GLS Bank einen Beitrag zur nachhaltigen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft leisten konnte.

Heinrich-Böll-Stiftung

Oliver Köninck | Student
PPÖ – Philosophie, Politik und Ökonomik (B. A.)
Klinische Psychologie und Psychotherapie (M. Sc.)

In meinem dreimonatigen Praktikum im Referat für Lateinamerika habe ich einen tiefen Einblick in die Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung erhalten. Als grüne politische Stiftung setzt sie sich für die sozial-ökologische Transformation, Demokratie und Menschenrechte, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit ein – in Deutschland und auch weit über die Bundesrepublik hinaus.

Ich habe interessante Akteur:innen kennengelernt, die in NGOs, dem deutschen Bundestag, anderen Stiftungen oder in der Wissenschaft tätig sind; das Team habe ich u. a. dabei unterstützt, Informationsmaterial über den Rohstoffabbau in Lateinamerika zu erstellen oder eine Konferenz zum Thema Menschenrechte in Mexiko zu organisieren. Die Arbeit in einer politischen Stiftung erscheint mir ideal für Absolvent:innen des PPÖ-Studiums, weil wir unser Wissen hier unmittelbar in der Praxis anwenden können.

Porträt eines Mannes
Porträt einer Frau

United Nations, New York

Franziska Knubel | Studentin
PPÖ – Philosophie, Politik und Ökonomik (B. A.)

Während meines dreimonatigen Praktikums am Hauptsitz der Vereinten Nationen (UN) in New York habe ich im „Department for Peace Operations“ gearbeitet. Das Team koordiniert u. a. die UN-Mission MONUSCO in der Demokratischen Republik Kongo und dient als Schnittstelle zum Sicherheitsrat in New York. Ich habe die politischen und sicherheitspolitischen Entwicklungen beobachtet und Briefings für mein Team und andere UN-Akteure zu politisch-wirtschaftlichen Themen vorbereitet – etwa zu der Frage, wie die Interessen Chinas, der USA, der EU und der Golfstaaten an den natürlichen Ressourcen des Kongo den Konflikt beeinflussen.

Bei meiner Arbeit habe ich vor allem gelernt, mit unterschiedlichen Interessengruppen umzugehen und komplexe Konfliktsituationen darzustellen. Zudem habe ich einen tiefgehenden Einblick in das internationale Konfliktmanagement bekommen. Besonders interessant war es, die Inhalte aus dem Studium zur kritischen Analyse von Friedensmissionen und den Handlungsspielräumen der UNO mit der realen Lebenswelt abzugleichen. Für mich war es eine einmalige Möglichkeit, während meines Praktikums in einem internationalen Umfeld zu arbeiten und anspruchsvolle Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen.

Deutscher Bundestag, Büro Max Lucks

Leander Holtz | Student
PPÖ – Philosophie, Politik und Ökonomik (B. A.)

Durch mein Praktikum im Berliner Büro des Bundestagsabgeordneten Max Lucks habe ich die Abläufe im parlamentarischen Betrieb kennengelernt. Ich war im Themenbereich Außen- und Menschenrechtspolitik tätig und habe dort die wissenschaftlichen Mitarbeitenden unterstützt. Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem inhaltliche Recherchen zur Vorbereitung von Terminen und Sitzungen, die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Medien und die Planung von Veranstaltungen.

Ich konnte Max Lucks und sein Team zu vielen Terminen begleiten und dabei einen tiefen Einblick in die Arbeit von Bundestagsabgeordneten und Mitarbeitenden gewinnen. Im Bundestag gibt es viele interessante Berufsfelder und das Praktikum war der ideale Weg, um diese näher kennenzulernen.

Porträt eines Mannes
Porträt einer Frau

Deutscher Bundestag, Büro Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Hanne Wortmeyer | Studentin
PPÖ – Philosophie, Politik und Ökonomik (B. A.)

Bei meinem Praktikum im Büro der Bundestagsabgeordneten und damaligen Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestag, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, war ich unter anderem für die Auswertung und die digitale Aufbereitung von Pressemeldungen für die Website der Abgeordneten zuständig und habe bei der Beantwortung von Bürger:innenanliegen unterstützt. Außerdem war ich in die Vorbereitung von Terminen eingebunden: Hier habe ich z. B. spezifische inhaltliche Fragen recherchiert und zusammengefasst und bei Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Gremiensitzungen und Fernsehauftritten vor Ort assistiert.

In Begleitung dieser Persönlichkeit vielen interessanten Menschen begegnet zu sein, empfinde ich rückblickend als ein Privileg, das mich nachhaltig prägen wird.

Finanzwesen

Frederik Antary | Student
PPÖ – Philosophie, Politik und Ökonomik (B. A.)

Finanzwende ist eine Bürgerbewegung, die von einem ehemaligen Bundestagsabgeordneten gegründet wurde, um als Nicht-Regierungsorganisation (NGO) ein zivilgesellschaftliches und überparteiliches Gegengewicht zu den Lobbyvereinigungen im Finanzbereich zu bieten.

Die NGO setzt sich für faire, stabile und nachhaltige Finanzmärkte ein und bringt regelmäßig zentrale Themen aus dem Finanzsektor in die Öffentlichkeit, wie z. B. Cum-Ex- und Cum/Cum-Geschäfte, Finanzialisierung in den Bereichen Pflege und Wohnen oder Verbraucherschutz in der Finanzberatung.

Schlagzeilen hat Finanzwende gemacht, als eine bekannte Cum-Ex-Ermittlerin ihre Beamtentätigkeit aufgegeben hat, um in der NGO als Geschäftsführerin den Fachbereich Finanzkriminalität zu übernehmen. Auch die Offenlegung des Einflusses von Finanzunternehmen auf den Wohnungsmarkt in deutschen Großstädten sowie eine Petition gegen den Einstieg einer Private-Equity-Firma in die Deutsche Fußballliga haben ein großes Medienecho hervorgerufen.

Während meiner fünfmonatigen Tätigkeit als Praktikant bzw. studentische Hilfskraft konnte ich bei Finanzwende viel über Kampagnen- und Pressearbeit von NGOs lernen. Besonders lehrreich war es, aus komplexen fachspezifischen Studien die Kernbotschaften präzise herauszuarbeiten und für die Kommunikation nach außen verständlich aufzuarbeiten – mitunter eine herausfordernde, aber extrem spannende Aufgabe, bei der ich viel mitgenommen habe.

Porträt eines Mannes
Bachelor Studenten stehen vor einem Flipchart und besprechen ein Thema

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