Menschen an der UW/H – Judith Schmitz: Internationalisierung lebt von Begegnungen

Portraitfoto von Judith Schmitz

Mit Leben gefüllt wird Internationalisierung aber letztlich von den Menschen, die diese Möglichkeiten nutzen und mit ihren eigenen Ideen gestalten.

Judith SchmitzHead of International Office

Wer sind Sie und was sind Ihre Tätigkeiten an der UW/H?

Menschen, Begegnungen, internationale Mobilität – darum dreht sich mein Arbeitsalltag. Ich bin Judith Schmitz und leite das International Office. Meine Arbeit bringt mich jeden Tag mit ganz unterschiedlichen Menschen und ihren Geschichten zusammen: mit Studierenden, die zum ersten Mal über einen Auslandsaufenthalt nachdenken, mit internationalen Gaststudierenden, die an unsere Universität kommen, mit Kolleginnen und Kollegen, die internationale Projekte entwickeln.

Unsere Aufgaben sind so vielfältig wie die Menschen, die uns im International Office begegnen. Natürlich gehört für uns als Team auch ein Tagesgeschäft dazu: wir bearbeiten Anträge, halten Fristen im Blick, verwalten mehrere Förderprogramme, pflegen das Partnerschaftsnetzwerk. Gleichzeitig kümmern wir uns darum, dass internationale Studierende an unserer Universität gut ankommen und sich schnell zuhause fühlen – etwa durch das Buddy-Programm, Deutsch-als-Fremdsprache-Kurse und weitere Angebote rund um den Studienstart. Aber gerade zwischen diesen Aufgaben entstehen immer wieder neue Ideen und spannende Vorhaben, ob nun in Form von ganz persönlichen Plänen oder auch Visionen, die auf eine institutionelle Entwicklung zielen.  

Was an Ihrer Arbeit macht Ihnen besondere Freude und an welchen Projekten/Themen arbeiten Sie derzeit?

Wenn ich beispielsweise durch ein Stipendium ein Auslandssemester ermöglichen kann, ist das für mich mehr als die reine Bewilligung einer Förderung. Für viele Studierende ist ein Auslandsaufenthalt ein großer Wunsch, manchmal sogar ein lang gehegter Traum. Ein kleines Stück dazu beitragen zu können, dass dieser Traum Wirklichkeit wird, war und ist immer schon etwas ganz Besonderes für mich. 

Wir haben kürzlich unser Beratungs-, bzw. Veranstaltungskonzept evaluiert. Wir wollen zukünftig unsere Informationsveranstaltungen themen- und zielgruppenorientiert aufbauen und dadurch noch mehr Studierende, Promovierende, Lehrende und Mitarbeitende für eine Auslandsmobilität begeistern. Außerdem machen wir uns Gedanken dazu, wo Ausbaupotenziale in unseren aktuellen Förderprogrammen liegen. Short-Term-Mobilitäten im Erasmus+ Programm, die im Blended-Format durchgeführt werden, könnten beispielsweise eine Alternative zum klassischen Auslandssemester sein. Insbesondere für Studierende der medizinischen Fächer kann hier eine Chance liegen, die in den Studien- und Prüfungsordnungen vorgesehenen Praxisanteile im Ausland zu absolvieren. 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft an der UW/H und gibt es etwas, das Sie gerne ändern möchten?

Ich möchte gerne weitere Austauschformate etablieren und den Fokus unserer Arbeit noch stärker auf unterschiedliche Zielgruppen innerhalb der Universität lenken. Denn internationale Erfahrungen sind längst nicht mehr nur eine Frage des klassischen Auslandssemesters. 

Ein gutes Beispiel ist das Erasmus+ Programm, das auch an unserer Universität zu den wichtigsten Programmen für geförderte Auslandsmobilität gehört. Erasmus+ richtet sich nicht ausschließlich an Studierende. Lehrende können gefördert zu Lehrzwecken an unsere Partneruniversitäten reisen, Mitarbeitende können an Fort- und Weiterbildungsaktivitäten im Ausland teilnehmen. Gleichzeitig können Lehrende unserer Partnerinstitutionen auch in die Lehre bei uns eingebunden werden. Diese Möglichkeiten möchten wir zukünftig noch stärker sichtbar machen und dafür begeistern.

Dabei geht es mir auch um ein möglichst breites Verständnis von Internationalisierung. Für mich ist Internationalisierung eine Querschnittsaufgabe, die die gesamte Universität betrifft. Sie kann ganz vielfältig sein und entsteht überall dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Perspektiven und kulturellen Hintergründen zusammenkommen – in der Lehre, in der Forschung, im Studium und im alltäglichen Miteinander auf dem Campus. Das International Office kann dafür Impulse geben, Türen öffnen, unterstützen. Mit Leben gefüllt wird Internationalisierung aber letztlich von den Menschen, die diese Möglichkeiten nutzen und mit ihren eigenen Ideen gestalten.

Was machen Sie, wenn Sie gerade nicht an der UW/H arbeiten?

Dann zieht es mich nach draußen. Gemeinsam mit meiner Familie und unserem Hund gehe ich gerne wandern. Ich verbringe viel Zeit in unserem naturnahen Garten – dort gibt es zwar auch immer etwas zu tun, gleichzeitig kann man aber auch einfach mal die Seele baumeln lassen. 

Ich bin außerdem gerne kreativ und zeichne. Wenn es die Zeit zulässt, probiere ich auch mal etwas Neues aus. Als Mutter von zwei Kindern ist der Alltag schließlich selten langweilig und nicht immer planbar. Gerade deshalb freue ich mich über die kleinen Momente, in denen ich Zeit für kreative Dinge finde.

Was ist das Kurioseste oder Bemerkenswerteste, das Sie je an der UW/H erlebt haben?

Was ich an unserer Universität besonders schätze, ist ihre persönliche Atmosphäre. Die Wege sind kurz, der Austausch unter Kolleginnen und Kollegen unkompliziert. Man geht hier nicht in der Menge unter – und das gilt für Studierende und Mitarbeitende gleichermaßen. 

Eine der ersten Gaststudierenden, die ich an unserer Universität betreut habe, hat es damals ganz treffend formuliert. Sie erzählte, sie habe zunächst Bedenken gehabt, an einer kleineren Einrichtung zu studieren. Am Ende sei sie aber begeistert gewesen, wie eng der Kontakt zu den anderen Austauschstudierenden und dem Erasmus Student Network gewesen sei. Sie sagte nach ihrem Auslandssemester zu mir: „Ich habe hier echte Freundschaften geschlossen.“ An einer sehr großen Universität sei das vermutlich viel schwieriger, weil man dort täglich sehr vielen und immer wieder anderen Menschen begegne.

Dieser Satz ist mir im Gedächtnis geblieben. Internationale Erfahrungen entstehen nicht nur durch große Programme und offizielle Kooperationen. Entscheidend sind letztendlich die Begegnungen – und aus Fremden werden Vertraute. 

 

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