Online-Wissenschaftskommunikation als Brücke zwischen Forschung und Leben
Qualitative Studie zur Sinnfindung in Lebenskrisen aus ExpertInnen- und Laiensicht als Grundlage wissenschaftlicher und YouTube-basierter Veröffentlichungen
Lebenskrisen wie Krankheit, Verlust oder existenzielle Umbrüche (z. B. Tod, Scheidung oder berufliche Veränderungen) stellen Menschen oft vor grundlegende Sinnfragen – nicht zuletzt im Kontext aktueller gesellschaftlicher Krisendynamiken. Während diese Erfahrungen weit verbreitet sind, ist bislang wenig darüber bekannt, wie Menschen Sinn in solchen Situationen tatsächlich finden und welche Rolle dabei unterschiedliche Lebenskontexte spielen. Insbesondere fehlt es an einer systematischen Erfassung subjektiver Erfahrungen sowohl aus Expert:innen- als auch aus Laiensicht.
Projektübersicht
Ziele der Studie
Ziel der Studie ist es daher zu untersuchen, welche Wege der Sinnfindung in Lebenskrisen aus Perspektive von ExpertInnen empfohlen und von Betroffenen tatsächlich beschritten werden. Hierfür führen wir qualitative Interviews mit (inter-)nationalen ExpertInnen aus verschiedenen Bereichen – darunter Psychologie und Psychotherapie, Coaching und Beratung, medizinische Versorgung, Seelsorge, Spiritualität, Philosophie sowie Wirtschaft und Personalmanagement – sowie mit Menschen, die selbst Lebenskrisen erlebt haben. Im Fokus stehen sowohl die subjektiven Erfahrungen von Sinnverlust als auch zentrale Haltungen, Strategien und Bedingungen, die Sinnfindung fördern oder erschweren können.
Erwarteter Nutzen der Studie
Diese Interviews dienen als Grundlage sowohl für wissenschaftliche Publikationen als auch für die Translation der Ergebnisse in Form von Veröffentlichungen über unseren YouTube-Kanal, um diese relevanten Forschungsergebnisse als „lebendige Wissenschaft“ für Bürger zugänglich zu machen. Das Projekt verbindet somit empirische Forschung und innovative Online-Wissenschaftskommunikation, wobei letztere als Instrument der Außenkommunikation vor allem in der deutschen Wissenschaft unterrepräsentiert ist.
Insgesamt kann diese Studie zur Stärkung der seelischen Gesundheitskompetenz sowie Entstigmatisierung von Krisenerfahrungen beitragen. Das vorliegende Forschungsprojekt versteht Wissenschaft als lebendigen Dialogprozess, der Menschen in existenziellen Fragen Orientierung und Resonanz bieten kann.
Weitere Informationen
- Laufzeit: Seit Mai 2026
- Förderung: Alfred Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung, Software AG Stiftung
- Verantwortlich: Professur für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (Department Humanmedizin)
Aktueller Stand des Projekts
Forschungsprojekt befindet sich in den Anfängen der Datenerhebung.
Möchten Sie Ihre Erfahrungen, Ihr Wissen oder Ihre persönliche Geschichte einbringen und damit einen Beitrag zu Forschung, Wissenschaftskommunikation und der Unterstützung anderer Menschen leisten? Für diese Studie suchen wir sowohl ExpertInnen aus den o.g. Fachbereichen als auch Menschen, die selbst herausfordernde Lebenssituationen erlebt haben und bereit sind, ihre Perspektiven zu teilen.
Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie dabei, das Verständnis von Sinnfindungsprozessen zu vertiefen und wertvolle Erkenntnisse für Wissenschaft und Gesellschaft zugänglich zu machen. Je nach Wunsch besteht zudem die Möglichkeit, Ihre Erfahrungen und Gedanken über unseren YouTube-Kanal „Sinn ist kein Zufall“, mit einer breiteren Öffentlichkeit zu teilen.
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme: Frau Priv.-Doz. Dr. Melanie Neumann.
Projektleitung

Priv.-Doz. Dr. rer. med. Dipl.-Soz.
Melanie Neumann
Forschungsleitung
Fakultät für Gesundheit (Department für Humanmedizin) | Professur für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Alfred-Herrhausen-Straße 50
58455 Witten
Prof. Dr. med.
Gabriele Lutz
Professorin
Fakultät für Gesundheit (Department für Humanmedizin) | Professur für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Gerhard-Kienle-Weg 4
58313 Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke