Silhouette Universität Witten/Herdecke
Studium

Mystipendium

Initiatorin der Initiative für transparente Studienförderung ist Mira Maier, Doktorandin an der UW/H. Ziel ist es, Studierenden, Schülern und Promovierenden den Zugang zu Stipendien leichter  zu ermöglichen. Die einzige repräsentative, nationale Studie zu diesem Thema hat gezeigt, dass bestehende Fördermöglichkeiten weder gekannt noch genutzt werden. So rechnen zwar über zwei Drittel aller angehenden Studenten mit Finanzierungsproblemen für ihr Studium, trotzdem erwägt nur jeder achte Abiturient mit guten Abschlussnoten, sich für ein Stipendium zu bewerben.

Doch selbst, wenn eine Bewerbung um ein Stipendium erfolgt, tun sich neue Probleme auf. So kennen die meisten Studierenden im Bestfall unter den 2.000 stipendienvergebenden Stiftungen alleinig die 12 Begabtenförderungswerke. Das Resultat: 92% aller Studierende bewerben sich bei nur 0,8% der Stiftungen. Auf der anderen Seite findet jede fünfte Stiftung keine passenden Stipendiaten.

An diesem Zustand möchte die Initiative für transparente Studienförderung etwas ändern. Dazu wurde als erster Schritt die Plattform mystipendium.de ins Leben gerufen. Bislang mussten Studierende auf der Suche nach einem Stipendium den Großteil der Arbeit übernehmen. Die einzige Hilfe waren Datenbanken, die bei einem typischen Profil weit über 150 Treffer generieren. Von diesen treffen wiederum nur fünf bis sieben Prozent tatsächlich auf das eigene Profil zu. Zudem waren in der umfangreichsten Datenbank dieser Art von den geschätzten 3.500 Förderungen 741 erfasst. Weitere Stipendien sind nur auf einzelnen Lehrstuhlseiten oder Stiftungsverzeichnissen versteckt zu finden. Die lange Suche nach dem Stipendium mit den eigenen höchsten Erfolgschancen wird scheinbar von den meisten Interessenten frühzeitig abgebrochen. Mit der Plattform soll den Studierenden diese mühevolle Arbeit abgenommen werden.

Um dies zu ermöglichen, wurden die Bewerbungsvoraussetzungen jeder Förderung in der Datenbank detailliert erfasst. Der Studierende muss nur noch sein Profil anlegen und erhält eine Liste der auf seinen Lebenslauf passenden Stipendien. Zudem wird für jedes Stipendium die individuellen Erfolgsaussichten angegeben. Bislang sind 1248 Einträge erfasst, die regelmäßig um weitere ergänzt werden. Zudem stehen gebündelt alle Informationen zu Bewerbungsunterlagen sowie den unterschiedlichen mündlichen Bewerbungsverfahren zur Verfügung.

Die Erleichterung der Recherche ist jedoch nicht die einzige Aufgabe der Initiative. Langfristig ist es ein noch wichtigeres Ziel, diejenigen zu erreichen, die bislang gar nicht daran denken, sich um ein Stipendium zu bewerben, obwohl gute Voraussetzungen zum Erhalt vorhanden sind. Das waren im Jahr 2010 78 Prozent der Studierenden. Hierzu setzt die Initiative auf die Zusammenarbeit mit Hochschulen, Rektoren, Dekanen, Prodekanen Studentenvertretungen, Studienberatungen und vielen anderen Unterstützern.

Die Gründer von mystipendium.de sind zwei Doktoranden. Während des Studiums sahen sie sich selbst konfrontiert mit den Unübersichtlichkeiten des Stipendienmarktes. Auf diesen Missstand reagierend haben sie das Projekt in Eigeninitiative gestartet und umgesetzt.

zur Homepage von mystipendium.de.