
Department für Psychologie und Psychotherapie
Juniorprofessur für Spezifische Tätigkeitsfelder der Klinischen Psychologie
Psychische Gesundheit: Was ist das und für wen?
Die Klinische Psychologie umfasst nach traditionellen Definitionen das gesamte Spektrum der Erforschung von psychischen Störungen und psychischen Prozessen bei somatischen Krankheiten. Eine zentrale Aufgabe der Klinischen Psychologie ist die evidenzbasierte Förderung, Aufrechterhaltung und Wiederherstellung von psychischer Gesundheit.
Psychische Gesundheit ist ein Konstrukt mit vielen Facetten, welches alle Lebensbereiche von Menschen betrifft. Die Weltgesundheitsorganisation schlägt seit 1948 eine Definition vor, welche die psychische Gesundheit einer Person in erster Linie als individuelles Wohlbefinden und flexible Bewältigungsfähigkeiten und nicht nur als Abwesenheit von Störungen betrachtet. Unsere Professur beschäftigt sich damit, welche individuellen und strukturellen Faktoren auf die psychische Gesundheit Einfluss nehmen und wie psychische Gesundheit durch zielgruppenspezifische Angebote und Psychotherapie verbessert werden kann.
Professur

Jun.-Prof. Dr.
Jan Schürmann-Vengels
Juniorprofessor
Fakultät für Gesundheit (Department für Psychologie und Psychotherapie) | Juniorprofessur für Spezifische Tätigkeitsfelder der Klinischen Psychologie
Alfred-Herrhausen-Straße 44
58455 Witten
Raumnummer: FEZ - Raum 1.117a
Orcid-ID: 0000-0002-8963-1129
Forschung
Das Team unserer Professur, unter der Leitung von Jun.-Prof. Dr. Jan Schürmann-Vengels, beschäftigt sich damit, wie psychische Gesundheit konzeptualisiert werden kann. Wir nutzen konfirmatorische Analysemethoden in querschnittlichen und längsschnittlichen Designs, um die faktorielle Struktur von psychischer Gesundheit zu untersuchen. Zum Beispiel ob psychische Belastung und Wohlbefinden von Menschen als unabhängige Dimensionen bewerten werden können (Schürmann-Vengels et al., 2023 Clinical Psychology in Europe). Darüber hinaus untersuchen wir, welche Implikationen es für die Psychotherapie hat, wenn psychische Gesundheit breiter konzeptualisiert wird. Diesbezüglich erfassen wir die Ressourcen und Stärken von Patient:innen. Mehrere Untersuchungen konnten zeigen, dass die selbstwahrgenommenen Ressourcen von Patient:innen mit positiven Prozessen und dem Therapieergebnis zusammenhängen (Schürmann-Vengels et al., 2022 Journal of Clinical Psychology; Schürmann-Vengels et al., 2023 Psychotherapy Research). Außerdem interessieren uns positive Emotionen bei Menschen mit psychischen Störungen (Schürmann-Vengels et al., 2025 Behaviour Research and Therapy), und wie positive Emotionen in Psychotherapien gezielt gesteigert werden können (Schürmann-Vengels et al., 2024 Clinical Psychology and Psychotherapy).
Psychische Gesundheit kommt nicht im luftleeren Raum zu Stande, sondern ist von individuellen Erfahrungen und dem Kontext eines Menschen geprägt. Uns ist es ein wichtiges Anliegen, diese Diversität in der klinischen Forschung und Praxis zu repräsentieren. Wir kooperieren mit nationalen und internationalen Forschungsgruppen, um die Herausforderungen, Belange und Chancen von Minoritäten und marginalisierten Gruppen darzustellen. Unsere Professur untersucht schwerpunktmäßig die psychische Gesundheit und Behandlungserfahrungen von LGBTQ+ Personen. Queere Menschen sind aufgrund von Diskriminierung und Stigmatisierung weit überproportional von psychischen Problemen betroffen und stellen damit eine wichtige Zielgruppe für die Klinische Psychologie dar (Schürmann-Vengels et al., 2025 Journal of Counseling Psychology). Gleichzeitig sind queere Themen bisher kaum in die Lehre, Aus-/Weiterbildung und Forschung integriert worden. Kenntnisse zu spezifischen Themen und Faktoren dieser Zielgruppe sind eine wichtige Voraussetzung für eine personalisierte und affirmative Gesundheitsversorgung. Wir verfolgen Prinzipien der community-basierten und partizipativen Forschung. Außerdem legen wir großen Wert auf Wissenschaftskommunikation, um unsere Ergebnisse den LGBTQ+ Communities und der gesamten Gesellschaft zur Verfügung zu stellen.
Unsere Forschungsschwerpunkte:
- Ressourcendiagnostik und Ressourcenaktivierung
- Kapitalisierungs- und Kompensationsansätze in der Psychotherapie
- Positive Affekte bei psychischen Störungen
- Diversität in der Klinischen Psychologie
- Psychische Gesundheit und Behandlungserfahrungen von LGBTQ+ Personen
- Partizipative Forschung mit queeren Personen
Aktuelle Forschungsprojekte
Aktuelle Publikationen
Lehre
Unser Team bietet Lehre im Masterstudiengang Psychologie mit Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie an:
- Vorlesungen im Modul Spezielle Störungs- und Verfahrenslehre (Substanzkonsumstörungen, Psychische Gesundheit von LGBTQ+ Personen)
- Praxisseminar und Übung zur Berufsqualifizierenden Tätigkeit II – ambulantes Setting (Erwachsene Patient:innen)
- Seminar Psychotherapeutischer Prozess I
- Regelmäßige Durchführung von dreisemestrigen Projektseminaren zur Vorbereitung und Erstellung von Masterarbeiten
Das Team der Juniorprofessur für spezifische Tätigkeitsfelder der Klinischen Psychologie

Dr. phil.
Inga ten Hagen
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Fakultät für Gesundheit (Department für Psychologie und Psychotherapie) | Juniorprofessur für Spezifische Tätigkeitsfelder der Klinischen Psychologie
Alfred-Herrhausen-Str. 44
58448 WittenRaumnummer: FEZ 1.129a

B.Sc.
Philipp Beier
Wissenschaftliche Hilfskraft
Fakultät für Gesundheit (Department für Psychologie und Psychotherapie) | Juniorprofessur für Spezifische Tätigkeitsfelder der Klinischen Psychologie
Alfred-Herrhausen-Straße 50
58448 Witten
B.Sc.
Isabelle Cordes
Wissenschaftliche Hilfskraft
Fakultät für Gesundheit (Department für Psychologie und Psychotherapie) | Juniorprofessur für Spezifische Tätigkeitsfelder der Klinischen Psychologie
Alfred-Herrhausen-Straße 44
58455 Witten
B.Sc.
Kiara Höpner
Wissenschaftliche Hilfskraft
Fakultät für Gesundheit (Department für Psychologie und Psychotherapie) | Juniorprofessur für Spezifische Tätigkeitsfelder der Klinischen Psychologie
Alfred-Herrhausen-Straße 44
58455 Witten