EFTA Forschungscafé „Theorie und empirische Forschung zur systematischen Aufstellungsarbeit“

Symbolbild eines Vortragenden

In diesem zweiteiligen Vortrag führt Prof. Dr. Heiko Kleve vom Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) zunächst in die Theorie der systemischen Aufstellungsarbeit ein. Er stellt die methodischen Grundlagen vor, die sich in der Tradition der klassischen Familienaufstellung etabliert haben, wie etwa die Klärung des Anliegens des Klient:innen, die sparsame Informationssammlung im Vorgespräch und den Ablauf der systemischen Aufstellung, einschließlich der Positions- und Prozessarbeit. Darüber hinaus präsentiert Prof. Dr. Heiko Kleve ein theoretisches Modell, das das faszinierende Phänomen der sogenannten Repräsentativwahrnehmung erklärt.

Im zweiten Teil präsentiert Prof. Dr. Christina Hunger-Schoppe vom Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie III Forschungsergebnisse zur Funktionsweise des psychologischen und sozialen Systems aus einer randomisierten kontrollierten Studie:

  1. zur kurzfristigen Wirksamkeit von Familienaufstellungen im Vergleich zu einer Wartegruppe zwei Wochen und vier Monate nach der Intervention (Studie 1, n = 208),
  2. zur mittelfristigen Wirksamkeit in der Interventionsgruppe nach acht und zwölf Monaten (Studie 2, n = 104) und
  3. zur langfristigen Wirksamkeit nach fünf Jahren (kumulierte Daten für Interventions- und Wartegruppe) (Studie 3, n = 137).

Die Ergebnisse belegen die kurz-, mittel- und langfristige Wirksamkeit von Familienaufstellungen und regen zu weiteren qualitativen und quantitativen Studien an.

Im Anschluss werden Ideen für zukünftige Forschungsprojekte in der Privatpraxis und institutionelle Forschung mit dem Publikum diskutiert.

Prof. Dr. Heiko Kleve ist Inhaber des WIFU-Stiftungslehrstuhls für Organisation und Entwicklung von Unternehmerfamilien an der Universität Witten/Herdecke sowie Geschäftsführender und Akademischer Direktor des Wittener Instituts für Familienunternehmen (WIFU). Er ist Soziologe und Sozialpädagoge sowie systemischer Berater (DGSF), Supervisor und Coach (DGSv), systemischer und Lehrsupervisor (SG), Konfliktmediator und Fallmanager (DGCC). Er hat zahlreiche Bücher und Fachartikel zur systemisch-konstruktivistischen und postmodernen Theorie und Praxis psychosozialer Arbeit veröffentlicht.  

Prof. Dr. Christina Hunger-Schoppe ist Inhaberin des Lehrstuhls für Klinische Psychologie und Psychotherapie III an der Universität Witten/Herdecke. Sie ist Psychologin, approbierte Psychotherapeutin (Systemische Therapie; Kognitive Verhaltenstherapie) sowie Ausbilderin und Supervisorin für Psychotherapeuten. Sie ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer (WBP) und Psychotherapiebeauftragte (SG). Sie hat zahlreiche wissenschaftliche Artikel und Bücher zur Systemischen Therapie in der klinischen Psychologie und Forschung veröffentlicht, darunter zu Methodenentwicklung, Wirksamkeitsstudien und Routineüberwachung. 

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Eine Anmeldung erfolgt online. (Nach unten scrollen und auf „Anmelden“ klicken).