Mehr Selbstständigkeit mit Diabetes – Innovationsfondsprojekt „GaDiaKi“ stärkt Kinder und entlastet Familien
Unter der Leitung der Universität Witten/Herdecke wird das Schulungsprogramm in den Lebensalltag der Betroffenen integriert.
Wie können Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes früh lernen, sicher und selbstständig mit ihrer Erkrankung umzugehen – und wie lassen sich Familien dabei besser entlasten? Diese Fragen stehen im Zentrum des Forschungsprojekts „Ganzheitliche interdisziplinäre Diabetes-Gruppenschulung für Kinder“ (GaDiaKi) an der Universität Witten/Herdecke (UW/H).
Typ-1-Diabetes ist eine der häufigsten chronischen Stoffwechselerkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Eine altersgerechte Schulung ist entscheiden, um den Alltag mit der Erkrankung eigenverantwortlich zu bewältigen und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Gleichzeitig werden in Deutschland seit einigen Jahren immer weniger kindgerechte Diabetes-Gruppenschulungen angeboten. GaDiaKi setzt genau an dieser Versorgungslücke an.
Diabetes-Schulungen im Lebensalltag der Kinder und Jugendlichen statt in Kliniken
Ziel des Projekts ist es, das bislang in Witten erprobte Schulungskonzept auf kinderdiabetologische Zentren zu übertragen und es weiterzuentwickeln. Die Mitarbeitenden in den Zentren können dann selbst Schulungen mit betroffenen Kindern und Jugendlichen in alltagsnahen Umgebungen durchführen – etwa in Jugendherbergen oder Familienbildungsstätten.
Ergänzt wird das interprofessionelle Team der Fachrichtungen Kinder- und Jugenddiabetologie, Psychologie, Sozialpädagogik und Ernährungsberatung durch junge Erwachsene mit Typ-1-Diabetes. Sie bringen eigene Erfahrungen ein und unterstützen sowohl die Fachkräfte als auch die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen.
Die Forschenden erwarten, dass der Ansatz, Schulungen im Lebensalltag der Kinder durchzuführen, die Therapiezufriedenheit erhöht, die Selbstständigkeit der jungen Betroffenen stärkt und zugleich die Unterzuckerungsangst der Eltern reduziert.
Wirksamkeit von GaDiaKi wird wissenschaftlich geprüft
Um die Effekte des Konzepts belastbar zu prüfen, werden bundesweit Schulungsgruppen mit jeweils 15 bis 20 Kindern und Jugendlichen an alltagsnahen Orten über fünf bis sieben Tage begleitet. Eine gleich große Vergleichsgruppe erhält die Standardbehandlung – das bedeutet, die Kinder werden wie bisher ambulant oder in Kleingruppen stationär in den kinderdiabetologischen Zentren oder Kliniken geschult. Beide Gruppen werden im Abstand von sechs Monaten miteinander verglichen – unter anderem hinsichtlich Therapiezufriedenheit, Sorge vor Unterzuckerung und der Zahl stationärer Krankenhausaufenthalte.
Das Projekt wird über drei Jahre mit insgesamt rund 4,4 Millionen Euro vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert.
Kick-off zum Projekt findet an der UW/H statt
Zum Auftakt findet an der UW/H am Freitag, 27. Februar 2026, von 10:00 bis 16:00 Uhr ein Kick-off-Meeting auf dem Campus statt. Eingeladen sind kinder- und jugenddiabetologische Schulungszentren, junge Erwachsene mit Typ-1-Diabetes, betroffene Eltern, Studierende, Wissenschaftler:innen und weitere Interessierte.
Für das Kick-off-Meeting wird um Anmeldung gebeten unter gadiaki@uni-wh.de.
Projekteckdaten:
- Laufzeit: 01.02.2026 – 31.01.2029
- Themenfelder: Kooperative und interprofessionelle Versorgungsmodelle mit weiterentwickelter Aufgabenteilung zwischen verschiedenen Gesundheitsberufen und Leistungserbringern
- Regionen der Intervention: bundesweit
- Projektwebsite: https://www.uni-wh.de/gadiaki
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Ansprechpartnerin

Svenja Malessa
Pressereferentin
Administration | Kommunikation & Marketing
Alfred-Herrhausen-Straße 48
58455 Witten
Raumnummer: 2.F05
