Bildschirmfrei – sei dabei!

Neue Versorgungsform in Kinder- und Jugendarztpraxen zur Prävention & Behandlung dysregulierter Bildschirmmediennutzung

Projektübersicht

Ein hoher Medienkonsum und damit verbundene lange Bildschirmzeiten wirken sich negativ auf die Entwicklung von Kindern aus. Folgen können unter anderem kognitive, motorische und sozial-emotionale Auffälligkeiten sowie Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Kurzsichtigkeit sein. Kinder- und Jugendärzt:innen klären zwar in den Vorsorgeuntersuchungen (U-Untersuchungen) über einen gesunden Umgang mit Medien auf, ein strukturiertes Vorgehen, zusätzliche Zeit oder eine Honorierung gibt es aber bisher nicht.

Die Studie „Bildschirmfrei - Sei dabei!“ will Eltern in die Lage versetzen, die Bildschirmmedienzeit ihrer Kinder im Alter von drei bis vier Jahren in einem gesunden Maß zu halten. Dazu wird bei der U7a-Untersuchung ein Signalaufkleber mit den drei wichtigsten Empfehlungen zur Bildschirmmediennutzung durch Kinder in das gelbe Vorsorgeheft (U-Heft) als Verstärkung des ärztlichen Gespräches eingeklebt. Zusätzlich beraten zuvor geschulte Kinder- und Jugendärzt:innen Eltern, deren Kinder eine übermäßige Bildschirmmediennutzung aufweisen, in einem Intensiv-Mediencoaching.

In 1.400 Kinder- und Jugendarztpraxen in Deutschland werden Eltern zum Umgang mit Bildschirmmedien befragt. Das passiert vor der U7a- und vor der U8-Untersuchung ihrer drei- bis vierjährigen Kinder mittels eines digitalen Fragenbogens zur Bildschirmmediennutzung. Die Forschenden wollen herausfinden, ob der Signalaufkleber oder ein intensives Mediencoaching die Bildschirmmedienzeit reduziert und die kindliche Entwicklung verbessert. Dafür vergleichen sie Familien, die den Signalaufkleber oder das Intensiv-Mediencoaching erhalten haben, mit Familien, die diese Maßnahmen nicht erhalten haben.

Im Erfolgsfall helfen der Signalaufkleber und gegebenenfalls das Intensiv-Mediencoaching dabei, die Zeit, die Kinder ab drei Jahren am Bildschirm verbringen, besser zu regulieren. Diese Maßnahmen können mit geringem Aufwand auf andere Themen, wie z. B. Zuckerkonsum, übertragen werden.  

Zwei spielende Kinder auf einer Wiese

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