Fakultät für Gesundheit

    Professur für Arbeitsmedizin und betriebliches Gesundheitsmanagement

    Prof. Dr. med. Horst Christoph Broding ist Leiter der Professur für Arbeitsmedizin und betriebliches Gesundheitsmanagement an der Universität Witten/Herdecke (UW/H).

    Aufgrund moderner Arbeitsplatzanforderungen reichen traditionelle betriebsärztliche Konzepte nicht mehr aus. Die universitäre, interdisziplinäre Einbindung und Entwicklung eines zeitgemäßen Gesundheitsmanagements sowie die Mitarbeit in Forschungs- und Entwicklungsthemen beinhaltet die Weiterentwicklung folgender Themen:

    • eine moderne Arbeits- und Gesundheitsschutzsystematik
    • Erhalt und Förderung der Beschäftigungsfähigkeit
    • Wiedereingliederung und Rehabilitation
    • Grenzwertprobleme und neue Gefahrstoffe
    • Entwicklung prospektiver Komponenten für den Erhalt der Gesundheit am Arbeitsplatz

    Ausrichtung der Professur

    Seit Jahren werden in Zusammenarbeit mit Unternehmen der freien Wirtschaft, öffentlichen Einrichtungen und wissenschaftlichen Instituten praxisbezogene, wissenschaftliche Untersuchungen zur Gesundheit und Prävention an Arbeitsplätzen durchgeführt. Diese Zusammenarbeit soll aufgrund der Ausrichtung in Forschung und Lehre der Universität Witten/Herdecke weiter nachhaltig fokussiert werden. Der laufende Forschungsbedarf ergibt sich sowohl aus den Zusammenhängen beruflicher Expositionsszenarien chemisch-toxischer, physikalischer, biologischer oder ergonomischer Natur, als auch aus neuen psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. Weitere Forschungsfragen ergründen sich aus komplexen wirtschaftswissenschaftlichen und ökonomischen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Gesundheit unter aktuellen demographischen Entwicklungen. Insbesondere die Auseinandersetzung mit chronischen Erkrankungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Kontext mit Aufgaben im Gebiet der Versorgungsforschung ist hierbei interessant. Neue Lösungen und Anwendungen, die sich aus den Forschungsergebnissen der vorgenannten Themenbereiche entwickeln, sollen sich auf nationale und internationale Arbeitsplätze abbilden lassen.

    Ausgangslage und Problemstellungen

    Veränderungen in der Arbeitswelt, herbeigeführt durch Tertiärisierung der Arbeit, gesellschaftlichen Wandel, Änderung der Lebensbedingungen, aber auch Migration und ein Anstieg chronischer Erkrankungen, stellen die Arbeitsmedizin vor neue Herausforderungen.

    Neben arbeitsbedingten Erkrankungen nehmen Diabetes mellitus, Adipositas, Muskel-Skeletterkrankungen, psychosoziale und psychomentale Gesundheitsstörungen einen wesentlichen Anteil teilweise bereits präventiv vermeidbarer Krankheiten ein. Entscheidungen in Gesundheitswesen, Wirtschaft, Technik, Politik und Gesellschaft erfordern daher Kenntnisse und fundierte Konzepte über Zusammenhänge und künftige Tendenzen bezüglich der Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit der Bevölkerung.

    Forschungsschwerpunkte

    Die Schwerpunkte der Professur beinhalten alle Aspekte einer zeitgemäßen Arbeitsmedizin und eines zeitgemäßen Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) und sollen die Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 unter Berücksichtigung alternder Belegschaften, Inklusion, Diversität, Multijobbing und prekäre Beschäftigung aufgreifen (u. a. Arbeitsmedizin, Gesundheitsschutz, Betriebliche Gesundheitsförderung, Betriebliches Eingliederungsmanagement). In diesem Zusammenhang wird in internationalen Netzwerken für die Aus- und Weiterbildung in Sicherheit und Gesundheitsschutz mitgewirkt. Bislang mangelt es an evidenzbasierten Präventionsansätzen zwischen den sich ergänzenden Konzepten zu „stay at work“ und „return to work“. Forschungsziel und Herausforderung der Arbeitsmedizin ist es daher, evidenzbasierte Prävention und Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt weiter zu entwickeln und deren Praxistauglichkeit in der Erreichung der Zielgruppen im arbeitsmedizinischen und außerberuflichen Setting zu überprüfen. Weitere Ziele sind der Erhalt der Arbeitsfähigkeit und eine Lebensqualitätsverbesserung sowie die Vermeidung von Frühverrentungen.

    Zielgruppen der Prävention sind bereits Kinder in Kindertageseinrichtungen und Schulen, sowie Auszubildende und Berufstätige in Berufen mit hoher Belastung und Beanspruchung, insbesondere in Gesundheits-, Pflege- und Erziehungsberufen und weiteren übergreifenden Dienstleistungsbranchen.

    Gesundheit und digitaler Wandel

    Der digitale Wandel verändert unsere Arbeitswelt enorm. Viele Menschen verbringen immer mehr Zeit vor dem Bildschirm, sind ständig erreichbar, müssen diverse Programme parallel bedienen. Wie wirkt sich dieser Wandel auf das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz aus?

    Dieser Frage wird im Rahmen des Forschungsprojekts „Gesundheit und digitaler Wandel“ nachgegangen. Das Vorhaben wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) gefördert.

    Ein Projektziel war es, dass in einem ersten Schritt Kommunen identifiziert wurden, die dabei sind, die innerhalb ihrer Stadtverwaltung anfallenden Prozesse zu digitalisieren. Auf diese Weise soll die Nutzung von Papierakten vollständig hin zur sogenannten E-Akte überwunden werden. Bei den kooperierenden Kommunen handelt es sich um die Modellregionen Aachen, Soest und Gelsenkirchen. Dieser Digitalisierungsprozess aus dem Bereich E-Government geht möglicherweise mit spezifischen Belastungen und Beanspruchungen für die Beschäftigten der Stadtverwaltungen und zugehörigen Betriebe einher. Im Rahmen des Projekts soll der Umstellungsprozess arbeitsmedizinisch und wissenschaftlich begleitet werden. Aufbauend auf Messungen der aus der Perspektive der Beschäftigten anfallenden Belastungen, wird ein entsprechendes Präventivkonzept abgeleitet. Prozessbegleitend erfolgen weitere Untersuchungen, welche die Wirksamkeit der in diesem Zusammenhang getroffenen Maßnahmen überprüfen wird und eine Optimierung des entwickelten Ansatzes ermöglichen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Entwicklung eines digitalen Zugangs einfließen, dessen Rollout für 2022 geplant ist.

    Die Professur für Arbeitsmedizin und betriebliches Gesundheitsmanagement der Universität Witten/Herdecke übernimmt hierbei die arbeitsmedizinische und wissenschaftliche Projektdurchführung durch eine Analyse der genannten Modellregionen und koordiniert das Verbundvorhaben.

    Lehre und Weiterbildung
    Förderung der Arbeitsmedizinischen Aus- und Weiterbildung
    Doktorandenleitfaden
    Laufende Promotionen

    Hier finden Sie einige Publikationen der arbeitsmedizinischen Forschungsgebiete sowie Kooperationspartnern der Universität Witten/Herdecke. Weitere Publikationen finden in der Publikationsliste sowie in den gängigen weltweiten medizinischen Meta-Datenbanken (PubMed, National Library of Medicine oder Research Gate).

    Publikationen in internationalen Zeitschriften (Medline* gelistet)
    Vollständiges Schriftenverzeichnis
    Herausgebertätigkeit
    Buchbeiträge
    Prof. Dr. med. Horst Christoph Broding

    Prof. Dr. med.
    Christoph Broding

    Fakultät für Gesundheit (Department für Humanmedizin)
    Stiftungsprofessur für Arbeitsmedizin und betriebliches Gesundheitsmanagement
    Professor

    Tel.: +49 (0)2302 / 926-177

    E-Mail: Christoph.Broding@uni-wh.de

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