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Praxis-Theorie-Vernetzung

Hintergrund:  

Pflege ist eine klinische Disziplin. Die zeit- und praxisnahe Rückkoppelung pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse in die Pflegepraxis ist unerlässlich. Allzu oft erfolgt die Verbreitung von pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen passiv durch Publikationen und Vorträge, oft nicht zeitnah und in Formen, die für die Pflegepraxis nicht verwertbar sind. Gleichzeitig finden in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen teils rasante Entwicklungen statt, die kaum oder nur zeitverzögert Eingang in wissenschaftliche Fragestellungen und Forschungsaktivitäten finden. Die Vernetzung von Praxis und Theorie der Pflege ist daher zentrales Anliegen des Institutes für Pflegewissenschaft.

Ziele:  

Die Vernetzung ist intendiert auf der Ebene pflegewissenschaftlicher Forschung und all dem, was in einem direkten, wechselseitigen Zusammenhang dazu steht. Dabei richtet sich der Blick auf die Verbesserung der Versorgung von Patienten, Bewohnern und Angehörigen und zwar durch eine angemessene Verbindung von Praxiswissen und Forschungsergebnissen. Dazu gehört als wesentlicher Schwerpunkt die Ermittlung praxisrelevanter Fragestellungen der Pflege. Sowohl in kleinen umschriebenen Forschungsprojekten im Rahmen des Studiums als auch in Drittmittel geförderten Forschungsprojekten und niederschwelligen Projekten ohne oder mit geringer Drittmittelförderung sind die Kooperationspartner diejenigen Praxiseinrichtungen, die zuerst angesprochen werden.

Die Entwicklung, Anerkennung und Implementierung innovativer, wissenschaftlicher und didaktischer Konzepte bildet das Fundament einer zukunftsfähigen, langfristigen, erfolgreichen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit.

Kooperationspartner:      

Die derzeit (September 2009) 20 Kooperationspartner kommen aus unterschiedlichen Bereichen der Pflege: aus der stationären und ambulanten Altenhilfe (n=7), aus Einrichtungen der stationären Krankenversorgung (n=10), der Rehabilitation (n=1), der ambulanten Pflege (n=1) sowie der stationären Psychiatrie (n=1). Die einzelnen Einrichtungen sind auf der Homepage des Instituts für Pflegewissenschaft unter „Kooperation“ zu finden.

Sie alle vertreten Pflege und Pflegewissenschaft in ihrer Einrichtung und beteiligen sich in unterschiedlicher Form an Praxis-Theorie-Vernetzung. Schulungsprogramme zur Erfüllung der Funktion Forschungsbeauftragte stellen ebenso ein Angebot des Instituts für Pflegewissenschaft dar, wie Nutzungsmöglichkeiten zur Recherche oder die Teilnahme bzw. Beteiligung an zahlreichen Veranstaltungen an der Universität.

Kernkooperationspartner beteiligen sich an der Entwicklung und Testung von Praxis-Theorie-Vernetzungsprodukten, stellen Pilotfelder für die Entwicklung und Testung von Produkten, wie Standards, Assessmentinstrumenten, Richtlinien usw., lassen sich in den Forschungsprozess und Implementierungsprozess einbeziehen und sind in einem Beratungsgremium des Instituts vertreten (Trendwatching, Aufdecken von relevanten Forschungsthemen, usw.). Gemeinsam werden Fortbildungsveranstaltungen geplant und durchgeführt.
Assoziierte Kooperationspartner tauschen in gemeinsamen Treffen mit Vertretern des Instituts, den Kernkooperationspartnern und dem Beratungsgremium Wissen, Entwicklungen, Erfahrungen und Forschungsbedarfe aus und bieten ggf. Raum für (studentische) Forschungsprojekte. Sie profitieren von entwickelten Praxis-Theorie-Vernetzungsprodukten.

Interessierte Kooperationspartner profitieren von entwickelten Praxis-Theorie-Vernetzungsprodukten und ermöglichen Studierenden den Zugang zur Durchführung von Forschungsvorhaben in ihrer Einrichtung. In regelmäßigen Treffen für Forschungsbeauftragte beteiligen sie sich mit den Kernkooperationspartnern und assoziierten Partnern sowie den Mitarbeitern des Instituts an der Umsetzung der Praxis-Theorievernetzung.

Leitung:

Frau Anneke de Jong, MScN; Frau Almut Hartenstein, MSCN (Institut für Pflegewissenschaft)

Wichtigste Publikationen:

Jong A de: Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis: Wie die beste Pflege zum Patienten kommt. Pflegezeitschrift 2006; 59(11): 694-97

Jong A de: Nurse Practitioner: Pflege zwischen care und cure Die Schwester/der Pfleger 2006; 45(9): 698-701

Jong A de: Die Superschwestern. Nurse Practitioners mit medizinischen Aufgaben. GesundheitsNachrichten - Zeitung für das deutsche Gesundheitswesen 2006; 1 (November): 12

Schiereck S, Jong A de: Was bedeutet es, Pflege-Entwicklungsstation zu sein  -  Ergebnisse eines pflegewissenschaftlichen. Projektes in Kooperation mit der Privaten Universität Witten/Herdecke. Die Schwester/der Pfleger 2004; 43(1): 40-4

Jong A de, Zegelin-Abt A: Pflegeausbildung: Neue Möglichkeiten nutzen. Teil 3: Reflektion als berufsbildendes Konzept. Die Schwester/der Pfleger 2003; 42: 876-80

Jong A de: Mehr als ein Leitbild – das Burford Modell für eine reflektierte Pflegepraxis Pflegezeitschrift 2002; 43(12): 887-90

Arndt M, Jong A de: Ethikforen – ein Modellprojekt. Die Schwester/der Pfleger 2000; 39(1): 27-8

Aktuelle Projekte:

Mit der Methode so genannter Learning Communities werden zurzeit im Schwerpunkt Praxis-Theorie-Vernetzung des Instituts für Pflegewissenschaft (A. de Jong, A. Hartenstein) in Abstimmung mit den anderen Kollegen und Kolleginen und Studierenden des Instituts sowie der Hochschule Utrecht Lösungen für konkrete Praxisprobleme gesucht. Vertreter der Praxis haben drei Pilotprojekte zu den Themen Wundversorgung, psychotrop wirksame Medikamente in Pflegeheimen mit potentiell fixierender Wirkung, Begleitungskonzepte bei intelligenzgeminderten Straftätern mitinitiiert. Ziel ist die Wissenszirkulation aus Praxis, Lehre, Wissenschaft, um in der praktischen Versorgung (zunächst) ausgewählter Einrichtungen geeignete Lösungen zu finden, die das Thema als Problembereich identifiziert haben.
Studierende im Masterprogramm sind aktuell im Rahmen der Lehrveranstaltungen zu Praxis-Theorie-Vernetzung mit der Planung und Umsetzung von Implementierungsprozessen befasst, die durch Kooperationspartner unterstützt und begleitet werden.

Zusätzliche Information

Kontakt

Universität Witten/Herdecke
Tel.: +49 (0)2302 / 926-0

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