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Institut für Medizinrecht

Profil

Mit welchen Fragen beschäftigt sich das Institut?

Welche Auswirkungen haben rechtliche Rahmenbedingungen auf die Qualität der Gesundheitsversorgung? Können Regelungen medizinischer Problemfelder in europäischen oder außereuropäischen Rechtsordnungen auch für das deutsche Recht Lösungsansätze (z.B. Ablösung des Haftungsrechts durch ein Versicherungssystem nach skandinavischem Vorbild; Abkehr vom Alles-oder-Nichts-Prinzip im Schadensersatzrecht durch Haftung für die „perte d´une chance“ in Anlehnung an das französische Recht) bieten? Gewährleisten die derzeitigen rechtlichen Grundlagen in ausreichender Weise dieverfassungsrechtlich gebotene Wahrung der Patientenautonomie? Welchen Beitrag können rechtliche Aspekte in der Entwicklung qualitätsverbessernder Instrumentarien in der Versorgung liefern (z.B. haftungs- undvergütungsrechtliche Aspekte von Leitlinien der Fachgesellschaften,Implementierung von CIRS-Systemen; Begleitung von Entscheidungen zur Therapiebegrenzung durch interdisziplinäre  klinische Ethikkonsile usw.)? Stellen sich die rechtlichen Anforderungen an die klinische Forschung als sinnvolle Wahrung der Sicherheit und Entscheidungsfreiheit der Probanden/Patienten dar oder beeinträchtigen sie eher den Forschungsstandort Deutschland?

Was macht das Institut aus?

Das Fach "Medizinrecht" als Sammelbezeichnung für ärztliches/pflegerisches Haftungs-, Straf- und Berufsrecht, Krankenhaus- sowie Krankenversicherungs-recht ist hierzulande nur punktuell und nur an den juristischen Fakultäten - z.B. Göttingen, Heidelberg/Mannheim, Freiburg, Bremen, Köln - institutionell vertreten, zumeist als Annex der "klassischen Disziplinen" des Straf-, Zivil- oder Sozialrechts.  Dies erschwert einerseits den Abgleich der für das Gesundheitswesen relevanten Rechtsgrundlagen untereinander, was sich derzeit z.B. in zunehmenden Divergenzen zwischen haftungsrechtlichen und sozialversicherungs-rechtlichen (Leistungs-) Standards bemerkbar macht.  Andererseits muss die Anbindung an die Rechtsfakultäten den notwendigen und dem Medizinrecht an sich wesenseigenen inter- und transdisziplinären Austausch mit den medizinischen Fächern erschweren. Eine breite Verbesserung der Ausbildungssituation im (zahn-) ärztlich/pflegerischen Bereich und die dringend gebotene wissenschaftliche Analyse und Synopsis der Zusammenhänge von Medizin, Pflege, Ethik, Recht und Ökonomie sind auf diese Weise kaum realisierbar.

Diesem Aspekt des Medizinrechts als einer zumindest auch medizinischen Fachdisziplin, ähnlich der klinischen Soziologie oder Psychologie, trägt das  2001 gegründete Institut Rechnung, welches als bislang einzige vergleichbare Einrichtung ausschließlich an einer Medizinischen Fakultät angesiedelt ist.
    

Ziele in Lehre & Forschung

Neben einer praxisorientierten, am jeweiligen Studienabschnitt ausgerichteten Vermittlung rechtlicher Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems für Studierende der Medizin, der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sowie der Pflegewissenschaften werden in Kooperation mit den klinischen Fächern Einzelaspekte näher dargestellt, so etwa die Konfliktfelder der Sterbehilfe, der Stammzellforschung oder der Fortpflanzungsmedizin, um so schon während des Studiums , Missverständnissen und Rechtsunsicherheiten als Quelle von Fehlentscheidungen im späteren klinischen Alltag zu begegnen.
Im Forschungsbereich hat sich das Institut zum Ziel gesetzt, die existierenden Lücken in der Rechtstatsachenforschung zu schließen, Projekte der klinischen wie insbesondere auch der Versorgungsforschung in ihren rechtlichen Bezügen zu begleiten, um so einen Beitrag zu einer Auflösung des häufig beklagten Spannungsverhältnisses zwischen Medizin und Recht zu leisten.
Ein weiterer Lehr- und Forschungsschwerpunkt des Instituts bildet der medizinische Sachverständigenbeweis. Qualitätssicherung und –verbesserung in der Aus-, Weiter- und Fortbildung, aber auch die Analyse der Umsetzung von Sachverständigengutachten in der forensischen Praxis sollen auch in diesem speziellen, aber gesellschaftlich höchst relevanten Aufgabenbereich evidenzbasierte methodische Ansätze ermöglichen.

Zusätzliche Information

Kontakt

Andrea Pleger
Sekretariat
Sekretariat
Tel.: +49 (0)2302/926-740

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