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Model United Nations

Die Wittener MUN-Delegation vertrat im Jahr 2014 die Interessen Guyanas
Die Wittener MUN-Delegation vertrat im Jahr 2014 die Interessen des südamerikanischen Landes Guyana
Die UW/H-Delegation 2013 vertrat das Land Malaysia
Die UW/H-Delegation 2013 vertrat das Land Malaysia
Die UW/H-Delegation, die im Jahr 2012 den Sudan vertrat
Die UW/H-Delegation, die im Jahr 2012 den Sudan vertrat
Dennis Hilgefort und Tim Cramer bei der Abstimmung im UN Hauptgebäude
Dennis Hilgefort und Tim Cramer bei der Abstimmung im UN Hauptgebäude
Im Jahr 2011 vertrat das Team der UW/H die Demokratische Republik Kongo
Im Jahr 2011 vertrat das Team der UW/H die Demokratische Republik Kongo
Die Abschlusskonferenz 2011 im UN-Hauptgebäude
Die Abschlusskonferenz 2011 im UN-Hauptgebäude
Die offizielle NMUN - Delegation der Dem. Rep. Kongo 2011
Die offizielle NMUN - Delegation der Dem. Rep. Kongo 2011

Seit 2007 entsendet die UW/H eine Gruppe von Studierenden zur weltgrößten UN-Simulation nach New York. In den Konferenzen schlüpft jeder Studierende in die Rolle eines Delegierten, der versucht, die Interessen eines zugeteilten Landes bei den UN zu vertreten.

Im Vorfeld ist eine umfangreiche Vorbereitung notwendig, um die hochspezifischen und aktuellen Fragestellungen bearbeiten und das eigene Land entsprechend vertreten zu können. Der große Aufwand lohnt sich allerdings, weil die Teilnehmer nicht nur lernen, wie man debattiert und Reden hält, sondern auch, wie internationale Politik funktioniert.

Im Jahr 2014 bestand die Wittener Delegation aus 19 Studierenden mit den Studienfächern Wirtschaftswissenschaft, Humanmedizin sowie „Philosophie, Politik und Ökonomik“. Die Studierenden bereiteten sich im Studium fundamentale ein halbes Jahr lang auf die Konferenz vor und beschäftigten sich dabei ausführlich mit dem zu repräsentierenden Land, um dessen Perspektive würdig zu vertreten. In diesem Jahr war das Guyana, ein kleineres Land in Südamerika, im Norden von Brasilien und neben Venezuela. Das Land hat eine kommunistische Vergangenheit, es gibt noch viele Staatsunternehmen mit wirtschaftlichen Problemen, das Land ist unter anderem von der Wirtschaftshilfe der USA abhängig.

Bei den UN als Vertreter Guayanas

Zur Vorbereitung der UN-Konferenz waren einige Teilnehmer schon eine Woche vorher angereist und hatten sich in Brooklyn an New York akklimatisiert. Die eigentliche Konferenz fand dann im Sheraton New York statt. „Da waren rund 4.000 Teilnehmer in diesem Jahr, dementsprechend eng wurde es dann, wir haben zum Beispiel mit vier Leuten in einem Doppelzimmer geschlafen. Das war aber kein Problem“, erzählt Jannik Lorenzen. „Während der Konferenz konnten wir sehr viel über die Arbeit der Vereinten Nationen lernen und bekamen einen Eindruck davon, wie kompliziert es ist, bei einer Organisation mit 193 Mitgliedstaaten Entscheidungen zu treffen.“

Die eigentlichen Konferenztage dauern auch schon mal von morgens neun Uhr bis abends neun Uhr und sind mit Plenarversammlungen und informellen Treffen gespickt. In den „formal sessions“ gibt es eine Tagesordnung und einen Vorsitzenden, der die Versammlung leitet. Die wird aber immer wieder durch sogenannte „informel sessions“ unterbrochen, um in kleinen Gruppen sich über die zu verhandelnden Themen mit den anderen Delegierten der Länder abzustimmen.

Problem Kindersterblichkeit

2014 war beispielsweise für die Wittener UNICEF-Verantwortlichen das Thema Kindersterblichkeit ein Hauptthema. Immer wieder muss die Haltung des eigenen Landes, also Guyana, dazu formuliert werden. Aber im Laufe der Konferenz soll ja eine Resolution entstehen, also ein Text, hinter dem alle Länder oder zumindest die Mehrheit stehen können. Dazu ist viel Textarbeit erforderlich, aber eben auch Gespräche „hinter der Bühne“, um andere Länder dazu zu bewegen, für die Textpassage zu stimmen, die dem eigenen Land wichtig ist. Außerdem müssen immer wieder sogenannte „one minute speeches“ gehalten werden, um die eigene Position im Plenum neu zusammen zu fassen. „Das ist manchmal schon hektisch und anstrengend“, gibt Inken Piekenbrock zu.

Sehr interessant fanden die Teilnehmer vor Allem die gebrochenen Zusagen und die gezielten Manipulationen einiger Delegationen, die zeigten, wie wichtig Vertrauen in der internationalen Politik ist. Besonders war das Verhandlungsgeschick gefordert, um die eigenen Positionen in den Reports oder Resolutions unterzubringen und errungene Kompromisse nicht wieder verwässern zu lassen durch neue Unterzeichner, die zum Teil Änderungen für ihre Unterstützung verlangten. So kosten schon die kleinsten Kompromisse große Anstrengungen und sehr viel Zeit.

Die harte und zermürbende Realität wurde den Wittenern bei den Abstimmungen deutlich, wenn eine Resolution, in die sie viel Arbeit und Engagement gesteckt hat, abgelehnt wurde und sie sich gar nicht vorstellen möchten, wie es für Diplomaten der richtigen UN ist, die zum Teil Jahre der Arbeit in ihre Entwürfe gesteckt haben, die dann innerhalb von Minuten zunichte gemacht wird. Für Guayana gab es am Ende eine Resolution, die mehr Geld für die NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) bedeutete, mehr Bildung für Mütter und die mehr ausländische Ärzte ins Land bringen soll. „Aber ich habe gelernt, dass in der Politik Mehrheit vor Inhalt geht“, fasst  Sonja Heinemann zusammen.

Schade für die Teilnehmer war, dass in diesem Jahr die sonst übliche Tour durch den großen Sitzungssaal der UN wegen Bauarbeiten in das weit weniger interessante Nebengebäude verlegt werden musste. 

Die gesamte Wittener NMUN-Delegation 2014 möchte sich bei allen Unterstützern bedanken. „Vor allem möchten wir uns bei der Wittener UniversitätsGesellschaft für die Förderung bedanken, die die finanzielle Last für die Studierenden reduziert hat“, sagt Jannik Lorenzen.

Zusätzliche Information

Kontakt

Universität Witten/Herdecke
Tel.: +49 (0)2302 / 926-0

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