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Zahnmedizinisches Gambia Projekt

Das Gambia-Team vor Ort
Ein Patient wird auf einer Bank liegend behandelt
Zahnbehandlung auf gewohnte Weise

Um Hilfe bei Zahnschmerzen zu bekommen, müssen die Menschen im Hinterland immer noch tagelange Fußmärsche in Kauf nehmen. „Anfänglich haben wir sehr viel selber behandelt“, beschreibt Privatdozent Dr. A. Rainer Jordan, einer der Begründer der Initiative und heute der Koordinator des Projekts, im Rückblick die Entwicklung. „Die Patienten wurden zu Beginn auf einfachen Holzbänken behandelt – ohne Strom und fließendes Wasser. Weil wir kein Gebäude hatten, war unsere Zahnklinik der Dorfplatz“, erinnert er sich an die spartanischen Bedingungen der Anfangszeit.

Eine spezielle Behandlung der Karies mit Glasionomer-Zement, wie sie von der WHO empfohlen wird, funktioniert zum Glück zwar auch ohne Bohrer. „Aber wir haben schnell festgestellt, dass Hilfe zur Selbsthilfe viel nötiger ist und haben damit begonnen, Gambier zu Behandlern auszubilden“, schildert er den weiteren Weg des Projektes. „Jetzt konzentriert sich unsere Behandlung auf die komplizierten Fälle, die von den einheimischen Zahnbehandlern nicht gelöst werden können.“

Ein entsprechendes Abkommen unterzeichnete die Universität 2008 mit dem Gesundheitsministerium der Republik Gambia. Darin wird die Fortführung der erfolgreichen Ausbildung von Zahnbehandlern zu so genannten Community Oral Health Workers im kleinsten Flächenstaat des afrikanischen Kontinents festgeschrieben. Im August 2008 startete die erste Ausbildung in der neuen Basisstation in der Provinzstadt Brikama. Der bis dahin betriebene Stützpunkt Jahali wurde dem örtlichen Trägerverein in dessen Verantwortung übergeben. „Hier hat die Hilfe zur Selbsthilfe tatsächlich zur Selbstständigkeit geführt. Von unserem neuen Stützpunkt Brikama erreichen wir die jetzt neu eingerichteten Behandlungszentren in Berending und in Darsilami wesentlich leichter“, erklärt Jordan die letzten Fortschritte. Beide Stationen befinden sich an der senegalesischen Grenze und ziehen daher neben gambischen auch senegalesische Patienten an.

Damit bestehen nun landesweit dreizehn Zahnstationen, die unter der Schirmherrschaft der Universität Witten/Herdecke in Gambia aufgebaut werden. Der neue Stützpunkt bei Brikama wurde auch deshalb ausgewählt, weil dort bereits ein Kindergartenprojekt bestand: „Wir haben einen Kindergarten und eine benachbarte Grundschule mit zusammen 2500 Kindern ausgewählt, weil gerade die früh einsetzende, kontinuierliche Betreuung und Versorgung ausschlaggebend ist für eine lange Zahngesundheit. Dies haben viele Studien gezeigt. Wir hoffen weiterhin, dass sich die positive Prägung auch auf die Familien und Nachkommen überträgt. Das wäre ein echter Erfolg für die Community Dentistry“, so Jordan.

Ansprechpartner :

Priv.-Doz. Dr. A. Rainer Jordan

Zusätzliche Information

Kontakt

Universität Witten/Herdecke
Tel.: +49 (0)2302 / 926-0

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