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Meldung vom 15.09.2022
Universität

Neubau der Universität Witten/Herdecke als nachhaltiger Bau zertifiziert

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Präsident Martin Butzlaff und Kanzler Jan Peter Nonnenkamp präsentieren die BNB-Plakette in Silber sowie die Auszeichnungsurkunde am Haupteingang des Holzhybrid-Gebäudes

Foto: UW/H

Neubau der Universität Witten/Herdecke als nachhaltiger Bau zertifiziert

Auszeichnung mit dem Gütesiegel „Silber“ des BNB (Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen)

Das im vergangenen Jahr in Betrieb genommene Holzhybrid-Erweiterungsgebäude der Universität Witten/Herdecke (UW/H) ist offiziell für seine Nachhaltigkeit ausgezeichnet worden. Eine entsprechende Plakette wurde der Hochschule übergeben und wird zukünftig im Eingangsbereich des neuen Gebäudes zu sehen sein.

Ein vergleichbares Holzhybridgebäude dieser Größe sucht man im Land (noch) vergebens. „Wir sind eine nachhaltige Universität in Lehre und Forschung. Nun freuen wir uns, dass dies alles auch in diesem einmaligen, neuen und als nachhaltig zertifizierten Gebäude stattfindet, das darüber hinaus Impulse am Standort setzt und im positiven Sinn zum Nachahmen motiviert“, so Präsident Prof. Dr. Martin Butzlaff. „Und mit diesem Nachhaltigkeitsgedanken sind wir zum Glück nicht allein. Ob aus der Politik oder dem Bauwesen – wir werden regelmäßig auf dieses Projekt angesprochen, weil das Interesse am nachhaltigen Bauen und Bauen mit Holz so groß ist“, ergänzt Kanzler Dr. Jan Peter Nonnenkamp.

Was es wirklich bedeutet, ein Gebäude zu errichten, das hohen Ansprüchen an die Nachhaltigkeit standhalten soll, wurde im Zertifizierungsverfahren deutlich, welches mit der Fertigstellung des Neubaus im September 2021 begann. Die Universität Witten Herdecke wählte das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB), das vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat entwickelt wurde und zu den umfangreichsten Systemen dieser Art gehört. Neben den ökologischen Aspekten nimmt es auch die Gebäudeökonomie und soziokulturelle Faktoren gleichermaßen unter die Lupe. Darüber hinaus bezieht es die Standortmerkmale sowie die technische und Prozessqualität mit ein. Daraus ergeben sich fast 50 zu bewertende Merkmale, die jeweils noch in quantitative und qualitative Faktoren unterteilt sind. Da die UW/H bereits im Planungsprozess entschieden hatte, eine Zertifizierung für das neue Gebäude zu beantragen, wurden die entsprechenden Anforderungen von den verantwortlichen Architekten Markus Lager und Markus Willeke sowie vom federführenden Bauunternehmen ZÜBLIN Timber von Anfang an mitberücksichtigt.

„Wir sind stolz, dass das von uns errichtete Gebäude die anspruchsvollen Kriterien der BNB-Zertifizierung erfolgreich erreicht hat.  Für das Zertifizierungsverfahren haben wir umfangreiche Unterlagen erarbeitet und eingereicht, damit die Prüfungsstelle alle zu bewertenden Faktoren untersuchen kann. Da die BNB-Kriterien vor wenigen Jahren noch einmal verschärft wurden, war das für uns eines der ersten Projekte nach den neuen Vorgaben in dieser Kategorie“, sagt Simon Pfeffer, Technischer Bereichsleiter bei ZÜBLIN Timber, über die herausfordernden Monate im Anschluss an die Einweihung des Uni-Neubaus.

Merkmale eines Nachhaltigen Gebäudes sind vielfältig

Beim Stichwort „Nachhaltigkeit“ liegt es nahe, ökologische Aspekte stark zu werten. Der UW/H-Neubau punktet hier mit dem Baustoff Holz, da dies CO2 bindet und somit das Treibhauspotenzial des Gebäudes auf ein Mindestmaß reduziert. Dies geht mit einer zertifiziert nachhaltigen Materialgewinnung Hand in Hand, die automatisch ebenfalls nachhaltig ist und zur Förderung der Biodiversität beiträgt. Auch ist es wichtig zu berücksichtigen, wie viel ein Gebäude an Energie im Betrieb benötigt. Hier liegt der Bau rund ein Drittel unter dem, was vergleichbare Gebäude benötigen und schneidet somit sehr gut ab.

Unter ökonomischen Gesichtspunkten sind die Lebenszykluskosten – also alle Kosten komplett vom Bau über die Bewirtschaftung bis zum Abriss gemessen an der Bruttogrundfläche – zu betrachten. Unter anderem durch das Low-Tech Konzept, das zu einem Minimum an wartungsbedürftiger Ausstattung führt, erreicht der Holzhybridbau der UW/H die maximale Punktzahl. Da es sich hierbei um ein Unterrichtsgebäude handelt, wurde unter anderem auch untersucht, wie sich die Innenraumqualität auf die pädagogischen Konzepte jetzt und in Zukunft auswirkt. Dazu bedarf es beispielsweise einer architektonischen Flexibilität, die hier aufgrund der Möglichkeit, die Innenwände leicht zu versetzen, sehr gut gegeben ist.

Zur Nachhaltigkeit nach BNB-Standard zählen darüber hinaus weitere Faktoren, wie unter anderem die Widerstandsfähigkeit gegen Naturgefahren, die öffentliche Zugänglichkeit und eine gute Projektvorbereitung.

Daten und Fakten zum Gebäude

  • Typ: Neubau Campuserweiterung in Holzhybridbauweise
  • Bauzeit: 5/2020 – 9/2021
  • Bruttogrundfläche: rund 7.000 m²
  • Zertifizierung: Silber nach dem aktuellen BNB-Standard
  • Gesamtkosten: 26,7 Mio. €
  • Auftragssumme Bauwerk: 22 Mio. €
  • Generalübernehmerin: ZÜBLIN Timber GmbH
  • Hauptbaumaterial: 1.200 m³ zertifiziertes Fichtenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft (PEFC), ca. 10.000 Holzbauelemente (inkl. Fassade aus naturbelassenem Lärchenholz)
  • Auszug aus der Raumplanung: rund 300 Lernplätze für Studierende in verschiedenen Variationen, neun Seminarräume, mehrgeschossige Bibliothek, Café mit Lounge-Bereich, Veranstaltungsraum für bis zu 350 Personen, 5 Büroflure mit etwa 100 Arbeitsplätzen.
  • Weitere Informationen zum Bauprojekt: www.uni-wh.de/zukunftsraum

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Katrin Schubert unter 02302/926-858 oder katrin.schubert@uni-wh.de

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