Dr. Henrik Pontzen und Dr. Marcus Wrede, Lehrbeauftragte der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, berichten über Praxisbezug und motivierende Rahmenbedingungen.

Die Motivation stimmt

Der Parkplatz ist leer, die Cafeteria verlassen und es herrscht eine ungewöhnliche Stille. Nur in der Universitätsbibliothek sitzen einige Studierende über ihren Büchern. Eigentlich ist diese Atmosphäre untypisch für den sonst so lebhaften Campus, aber so kennen wir, Dr. Marcus Wrede und Dr. Henrik Pontzen, die Universität Witten/Herdecke. Der Grund dafür ist einfach: Es ist ein Samstagmorgen und unsere Veranstaltung die einzige an diesem Wochenende.

Doch es soll nicht lange still bleiben, denn kurze Zeit später beginnt unser Blockseminar zum Thema Risikomanagement. Nach wenigen Minuten sind wir mittendrin in einer lebhaften Gruppendiskussion über die Entstehung von Banken, Risiko und Finanzen. Unser interaktives Lehrkonzept kommt bei den Managementstudierenden gut an und so macht es uns einfach Spaß, hierherzukommen.

Große Motivation, Diskussionsfreude und -kompetenz der Studierenden – das zeichnet für uns die Universität Witten/Herdecke aus.

Aus der Praxis lernen

Dr. Wrede und ich legen großen Wert darauf, dass sich die Studierenden das Thema Risikomanagement selbst erarbeiten. Dazu stellen wir beispielsweise umfangreiche Studien zur Diskussion. Die Studierenden sollen die Fallstricke und Probleme bei der Entwicklung von Theorien und Methoden selbst erkennen und versuchen, sie zu lösen.

Neben diesem interaktiven Ansatz ist uns die Vermittlung von Praxiswissen sehr wichtig. Wir möchten den Studierenden zeigen, welche Relevanz die an der Universität erlernten Theorien und Methoden im Alltag haben und wo deren Grenzen sind. Da wir selbst während unserer Studienzeit einen solchen Praxisbezug vermisst haben, finden wir den praxisorientierten Ansatz der Universität Witten/Herdecke vorbildlich und unterstützen diesen gerne.

Themen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten

Aus unserem Berufsalltag wissen wir auch, dass Risikomanagement viele Querverweise zu anderen Disziplinen aufweist. Bei der HSBC haben wir unterschiedliche Aufgabenbereiche, aus denen sich auch unterschiedliche Perspektiven auf das Thema ergeben. Während Dr. Wrede ein „klassischer“ Risikomanager ist, der unter Einbeziehung von Analysen und Modellierungen Entscheidungen trifft, betreut Dr. Pontzen die Kundengruppe der Asset-Manager. Gerade im Schnittfeld dieser verschiedenen Perspektiven gibt es viel zu entdecken und zu vermitteln. Daher legen wir großen Wert darauf, dass die Studierenden in unserem Seminar die ganze Dimension des Risikomanagements kennenlernen. Das bedeutet auch, dass wir den Fokus nicht ausschließlich auf finanzielle Risiken legen, sondern auch die Risikobegriffe aus Psychologie, Soziologie und Philosophie thematisieren. Der bestmögliche Umgang mit moralisch relevanten Risiken gehört ebenfalls dazu.

Diese interdisziplinäre Stoßrichtung des Seminars ergänzt sich perfekt mit dem didaktischen Konzept, das die Studierenden von der Universität Witten/Herdecke bereits kennen. Hier treffen wir auf Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ein Interesse am Grundsätzlichen haben und offen für Sichtweisen abseits ihrer eigenen Disziplin sind.

Dieser Blick in die Praxis und über den Tellerrand ist unserer Meinung nach unverzichtbar, denn gute Managerinnen und Manager verfügen nicht nur über das richtige Methodenwissen, sondern zeichnen sich vor allem dadurch aus, eine Lösung für Situationen zu finden, für die es noch keine Methode gibt. Neben Wissen braucht es daher Bildung und Persönlichkeit.

In Witten treffen wir auf viele interessante Persönlichkeiten mit einem breiten Bildungsinteresse und einer echten Begeisterung für das Thema. Die Impulse, die auch wir aus den Seminaren mitnehmen, sind großartig. Witten wirkt! Auch bei uns.