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Studium

Europas Kultur e.V.

„Wann und wo immer wir können sollten wir aufhören, der Politik – wie in einem Theater – einfach nur zuzuschauen und uns das Geschehen, dem antiken Chore ähnlich, von den Medien bloß kommentieren zu lassen“, erläutert Till Wagner, einer der Vorstände des Vereins, die Präambel der studentischen Initiative „Europas Kultur“. „Wir stehen auf und begreifen, dass das Geschehen dort auf der Bühne nicht unabhängig vom Publikum vor sich ging und geht. Die heutigen Politiker sind, nicht anders als die mythologischen Figuren der Antike, ein von uns allen erzeugtes Echo. Wir hören auf, sie im Positiven wie im Negativen für alles verantwortlich zu machen; packen uns auch an der eigenen Nase. Wir bemerken die Masken auf unseren Gesichtern, die uns als bloße Zuschauer erscheinen ließen, obwohl wir durchweg beteiligt waren. Weder zerstören noch bestimmen wir das Spiel, sondern gestalten es mit. Wir heben unser Beteiligt-Sein ins Erleben.“

Auseinandersetzung mit dem „Kulturraum Europa“

In der Überzeugung, dass die Grundlage eines lebendigen Europas weit mehr als wirtschaftliche Interessen umfassen muss, sahen sich Studierende der unterschiedlichen Fakultäten der UW/H dazu aufgefordert, sich intensiv mit dem „Kulturraum Europa“ auseinanderzusetzen. Seit 1995 wurden in enger Zusammenarbeit mit Professor Josef M. Häußling (1923 – 2012) Seminare und Diskussionen zu relevanten Themen organisiert und umgesetzt. Fragen zur Zukunft Europas und seinen historischen Wurzeln sind aus den unterschiedlichsten Perspektiven heraus gestellt und erörtert worden. Immer wieder wurde und wird das Programm durch ein- bis zweiwöchige Exkursionen bereichert. Im Sinne eines „Mobilen Hörsaals“ führen die Fragen nach der Zukunft Europas und seinen geschichtlichen Quellen zu verschiedensten Orten und Gesprächspartnern im europäischen  In- und Ausland.

Der Verein

Die beständige Begeisterung der Studierenden und Gäste sowie der gewachsene Organisationsumfang machten die Gründung eines Vereins zur Unterstützung dieser Tätigkeit zur folgerichtigen Konsequenz. Im Jahre 2002 wurde „Europas Kultur e.V.“ gegründet und als gemeinnützig anerkannt. Der sich aus Studierenden, Professoren und universitätsexternen Mitgliedern zusammensetzende Verein versteht sich als institutionalisierter Rahmen, innerhalb dessen die Frage nach Europa an der Universität Witten/Herdecke immer wieder neu gestellt und eine interdisziplinäre Diskussion über die Generationen hinweg angestoßen werden soll. Die Initiative sieht ihre Arbeit als Beitrag zur Gestaltung eines lebendigen Europas und sucht stets nach neuen Wegen, dieser politischen Aufgabe gerecht zu werden.

Ansprechpartner: Stefan Appelhans, Klaus Hindorf, Till Wagner, David Weis