Zentrum Studium fundamentale (AT)

    Lehrstuhl Digitale Künste und Kulturvermittlung

    Der Lehrstuhl Digitale Künste und Kulturvermittlung verfolgt die Entwicklung der Kunst, die technische Innovationen anwendet und sich mit diesen kritisch auseinandersetzt. Dieses Segment zeitgenössischer Kunst basiert auf einer transdisziplinären Ausrichtung und der Öffnung zu anderen künstlerischen Disziplinen wie Theater, Tanz, Musik, Film und Literatur.

    Neben der rezeptionsästhetischen Analyse beschäftigt sich der Lehrstuhl mit den spezifischen Problemstellungen der Präsentation, Vermittlung, Archivierung und Musealisierung dieser Kunstsparte und den heutigen Potenzialen digitaler Zugänglichkeit in Kultur und Wissenschaft.

    Profil

    Medienumbrüche waren stets Katalysatoren für künstlerisches und kulturelles Handeln. Bahnbrechende Innovationen wie die Videotechnik, die Informationstechnologie, die Telekommunikation, die Verbreitung des World Wide Web und die Digitalisierung haben bis heute die Kunstproduktion beeinflusst und geprägt.

    Daraus resultiert ein erweitertes Kunstverständnis, welches unterschiedliche Techniken und Methoden einbezieht, wie zum Beispiel:

    • kinematografische und technische Displays
    • Partizipation an technischen Prozessen
    • Interaktion zwischen Mensch und Maschine
    • sowie zwischenmenschliche Kommunikation durch Maschinen.

    Seit den 1960er Jahren verwendet, sondiert und kommentiert technologiebasierte und zeitbasierte Kunst (Videokunst, Medienkunst, Netzkunst, digitale Kunst) aktuelle Technologien. Nicht selten entwirft diese auch weiterführende, vermeintlich utopische Ideen. 

    Von Anfang an haben alternative Distributions- und Ausstellungsmodelle für die Veröffentlichung und Ökonomisierung der medialen Kunst gesorgt und eine Do-it-Yourself-Haltung der Künstlerinnen und Künstler befördert, mit der sie außerhalb des konventionellen Ausstellungssektors und Kunstmarktes agierten. Es bleibt zu erforschen, welche Prozesse zur Etablierung der technologie- und zeitbasierten Kunst beigetragen haben und welche Mechanismen die gegenwärtige Positionierung unterstützen.

    Die seit den 1960er Jahren entstandene zeit- und technologiebasierte Kunst stellt neue Anforderungen an die Rahmenbedingungen und Arbeitsgebiete von Museen, Ausstellungsinstituten, Archiven, Vermittlungsorganen und dem Kunstmarkt. Die zu leistenden digitalen Transformationsprozesse – ganz gleich, ob für "digital born" oder ursprünglich analoger, heute digitalisierter Kunst – sind dabei stets an das gegenwärtige Verständnis von Materialität, Immaterialität und implizierter Variabilität gebunden und erfordern transdisziplinäre Diskurse.

    Die Theoriebildung für technologiebasierte und digitale Kunst bleibt ebenso eine Herausforderung wie ihre öffentliche Vermittlung und ihre wissenschaftliche Erschließung. Digitale Kulturvermittlung und digitale Strategien im Ausstellungswesen sind gerade im Entstehen und rekurrieren auf ein Museumspublikum, das medienkompetent ist und eine mediale partizipative Umgebung erwartet – insbesondere in einem Bereich, in dem das singuläre Artefakt bisher die Daseinsberechtigung der Institution begründete. Zu untersuchen sind sowohl die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Distributions- und Rezeptionsbedingungen von Kunst als auch die aufkommenden Methoden digitaler Zugänglichkeit und Wissensspeicherung.

    Lehre

    Im Rahmen der Lehrveranstaltungen werden Kenntnisse vermittelt, die sich mit der eigenen geschulten Wahrnehmung, dem Dialog mit anderen, der differenzierte Analyse und der wissenschaftliche Kontextualisierung mit zeitgenössischen Kunstwerken auseinandersetzen.   

    Die Veranstaltungen umfassen folgendes Angebot:

    • Einblick in die Entwicklung der zeit- und technologiebasierten Kunst von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart
    • individuelles Erfahren und wissenschaftliche Analyse von Kunst
    • Ausstellungsbesuche und Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern  
    • Grundlagen der Kunst- und Medientheorie seit dem 20. Jahrhundert  
    • Konzepte und Methoden digitaler Kunst- und Kulturvermittlung
    • praxisorientiertes Wissen zum Sammeln, Archivieren, Ausstellen und Vermitteln von zeitbasierter bis digitaler Kunst
    Kontakt
    Prof. Dr. Renate Buschmann
    Kontakt

    Prof. Dr.
    Renate Buschmann

    Zentrum Studium fundamentale
    Lehrstuhl für Digitale Künste und Kulturvermittlung
    Lehrstuhlinhaberin

    Die Universität Witten/Herdecke ist durch das NRW-Wissenschaftsministerium unbefristet staatlich anerkannt und wird – sowohl als Institution wie auch für ihre einzelnen Studiengänge – regelmäßig akkreditiert durch: