Fakultät für Gesundheit

    ENTAiER-Studie

    Herzlich willkommen auf der Webseite der ENTAiER-Studie!

    Das Institut für Integrative Medizin der Universität Witten/Herdecke ist eines von acht Studienzentren, die im Auftrag des Universitätsklinikums Freiburg an der ENTAiER-Studie – Tai-Chi und Eurythmie-Therapie in der Sturzprophylaxe mitwirken. 

    Im Alter nehmen chronische Erkrankungen und Übermedikation zu. Gleichzeitig lassen körperliche, kognitive und Sinnesfunktionen nach. Deshalb bewegen sich ältere, chronisch kranke Menschen weniger, sie werden unsicher, ziehen sich oft zurück und haben Angst, sich durch Stürze zu verletzen. Körperliche Inaktivität, sozialer Rückzug und Stürze fördern wiederum chronische Erkrankungen und verkürzen die Lebenserwartung. Ein Drittel der über 64-Jährigen stürzt wenigstens einmal im Jahr, 10 bis 20 Prozent verletzen sich dabei. Das gefährdet auch die Selbstständigkeit.

    Um ein gesundes Altern trotz Erkrankungen zu ermöglichen, sollten Sturzhäufigkeit vermindert und die körperliche, seelische und kognitive Fitness verbessert werden. Tai-Chi und Eurythmie-Therapie trainieren Gleichgewicht, Koordination, Konzentration, Sinnesfunktionen und Achtsamkeit.

    Senioren üben Taichi
    Im Tai-Chi werden sanfte, aber kontrollierte Bewegungen ausgeführt

    Was untersuchen wir?

    Wir untersuchen die Wirkung von achtsamen Bewegungsübungen auf die Mobilität, Balance, Lebensqualität und Sturzhäufigkeit bei älteren Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen und einer erhöhten Sturzgefahr. Dazu zählen:

    • Senkung des Sturzrisikos
    • Verbesserung der Mobilität und Balance
    • Erhöhung der Eigenständigkeit
    • Steigerung der Lebensqualität
    • Auswirkungen auf die gesamten Gesundheitsleitungen und Gesundheitskosten

    Was ist das Ziel der Studie?

    Das Ziel ist zu prüfen, ob Bewegungsübungen aus dem Tai-Chi und der Eurythmie-Therapie die Mobilität und Balance sturzgefährdeter älterer Menschen verbessern können und ob sie das Sturzrisiko vermindern. In zweiter Linie untersuchen wir, ob sich auch Änderungen zeigen in Bezug auf Verletzungen durch Stürze, Angst vor Stürzen, Erledigungen von Alltagstätigkeiten, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Stimmung und Kognition. Natürlich interessiert uns auch, wie gerne die Patienten und Patientinnen die Übungen machen.

    Die gewonnenen Ergebnisse betrachten wir vor dem Hintergrund der gesundheitsökonomischen Perspektive. Das heißt: Wir berücksichtigen durch solche Interventionen, welche Kosten entstehen und welche auch vermieden werden.

    Wer kann mitmachen?

    An der Studie können Sie teilnehmen, wenn Sie

    • über 65 Jahre alt sind,
    • mindestens eine lang andauernde (chronische) Erkrankung haben,
    • sich beim Gehen oder Stehen manchmal unsicher fühlen (erhöhtes Sturzrisiko),
    • selbstständig außer Haus gehen können (z. B. zum Arzt, zum Einkaufen),
    • keine Kriterien erfüllen, die eine Studienteilnahme nicht zulassen.

     

    Wer kann nicht mitmachen?

    Nicht – oder vielleicht erst später – möglich ist eine Teilnahme an der ENTAIER-Studie,

    • wenn Sie gleichzeitig an einer anderen klinischen Studie teilnehmen oder innerhalb von drei Monaten vor Studienbeginn teilgenommen haben,
    • wenn Sie in den letzten sechs Monaten an einer regelmäßigen Eurythmie-Therapie oder an Tai-Chi-Kursen teilgenommen haben,
    • wenn Sie im letzten Monat intensiv Sport betrieben haben,
    • wenn Sie eine Erkrankung haben, die eine Teilnahme an den Gruppenübungen deutlich einschränkt (wenn Sie z. B. schon bei leichten körperlichen Belastungen wie einfachen Hausarbeiten außer Atem oder erschöpft sind, oder wenn Sie nicht selbständig zu den Gruppensitzungen kommen können),
    • wenn Sie deutsch nicht verstehen oder lesen können,
    • weitere mögliche Gründe, die gegen eine Studienteilnahme sprechen, wird der Studienarzt/die Studienärztin mit Ihnen ausführlich besprechen.

    Sie sollten bereit sein:

    • regelmäßig über 6 Monate zu Therapiestunden zu kommen,
    • zwischendurch zu Hause zu üben,
    • täglich ein Kreuz in einem Dokumentationsbogen zu machen (über 1 Jahr),
    • diesen Dokumentationsbogen einmal im Monat zur Therapiestunde mitbringen,
    • einmal im Monat ein Gespräch mit den Ansprechpartnern des Studienzentrums zu führen,
    • sich viermal in Ihrem Studienzentrum untersuchen zu lassen.

    Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten die Regelversorgung – z. B. eine anschauliche Beschreibung zur Sturzprophylaxe. Sie stehen in regelmäßigem Kontakt mit Ihrem Studienzentrum und können sich dort auch mit anderen Patienten der Studie austauschen. Per Zufallsprinzip – vergleichbar mit dem Werfen eines Würfels – werden die Teilnehmer einer von drei Gruppen zugeteilt. In zwei von drei Gruppen nehmen sie ergänzend zur Regelversorgung regelmäßig an Übungen teil, in der dritten Gruppe entfallen diese zusätzlichen Übungen.

    Sie sollten mit der zufälligen Zuteilung zu einer dieser Gruppen einverstanden sein. Ein Wechsel der Gruppe ist während der Studie nicht möglich. Sie brauchen keine Vorerfahrung in der Teilnahme an Bewegungstherapien zu haben. Auch wenn Sie sich schon länger nicht mehr viel bewegt haben und auch, wenn Sie sonst eher selten außer Haus gehen, sind Sie willkommen.

    Die Übungen werden angepasst an das Können und Zutrauen der Teilnehmenden!

     

    Wo finden die Kurse statt?

    Die Kurse finden jeweils in Dortmund und in Herdecke statt.

    Dortmund

    Tai Chi Schule Dortmund
    Hohe Str. 38
    44139 Dortmund

    http://www.taichi.nrw 

    Herdecke

    Das Cafe Erste Sahne
    Hauptstr. 44
    58313 Herdecke

    https://www.cafeerstesahne.de/

    Tai-Chi im ENTAiER Projekt

    Mitwirkende

    Tai-Chi Lehrer:

    • Art Krämer
    • Claudia Nickel

    Eurythmie Lehrer:

    • Ursula Heusser
    • Emmanuel Karnieli
    • Ilona Wedde-Jung

     

    Weitere Informationen zur Studie

    Die Universität Witten/Herdecke ist durch das NRW-Wissenschaftsministerium unbefristet staatlich anerkannt und wird – sowohl als Institution wie auch für ihre einzelnen Studiengänge – regelmäßig akkreditiert durch: